Jetzt droht Billigfleisch-Schwemme durch EU-Hintertür

Lebensmittel aus Mercosur-Staaten müssen keine EU-Standards erfüllen, eine Überflutung Österreichs mit Billig-Fleisch und Co. droht.
Lebensmittel aus Mercosur-Staaten müssen keine EU-Standards erfüllen, eine Überflutung Österreichs mit Billig-Fleisch und Co. droht.HANNIBAL HANSCHKE / Reuters
In seiner Kolumne schreibt "Heute"-Redakteur Mathias Klein über das Klima, die Umwelt und wie wir unseren Planeten schützen können.

Greenpeace warnt: Aus Sicht der Öko-Organisation versucht die EU gerade, den ungeliebten Mercosur-Pakt trotz Widerstand aus den EU-Mitgliedstaaten quasi durch die Hintertür durchzuboxen.

Was ist Mercosur eigentlich? Mercosur heißt der wirtschaftliche Zusammenschluss der südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Am EU-Mercosur-Freihandelspakt, der vor allem Zölle beseitigen soll, wird schon seit 1999 (!) erfolglos verhandelt.

Türkis-Grün lehnt den Pakt ab. Grund: Lebensmittel aus Mercosur-Staaten müssen keine EU-Standards erfüllen, eine Überflutung Österreichs mit Billig-Fleisch und Co. droht. Zudem könnte der Pakt die Abholzung des Regenwaldes beschleunigen.

Der Winkelzug

Der Pakt müsste von allen EU-Mitgliedern abgesegnet werden. Das würde aber an Österreichs Veto scheitern. Greenpeace befürchtet nun, dass die EU den Vertrag auf zwei aufteilt, ein Regenwald-Zuckerl dazugibt und so das Veto einzelner Staaten umgeht. Und jetzt? Die Abstimmungsart soll am 9.11. im EU-Rat festgelegt werden. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und Agrarministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) wollen beim "Nein" bleiben

Und sonst so? Klima-Streik!

Nach einer längeren Corona-Pause organisiert die Schülerbewegung "Fridays for Future" am Freitag wieder eine weltweite Klima-Demonstration. Mit den "Fight every Crisis"-Klimastreiks wollen die Aktivisten erreichen, dass die Politik mit "derselben Entschlossenheit auf die Klimakrise reagiert, mit der sie auf die Corona-Pandemie reagiert hat". In Österreich sind größere Demos in Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz und Linz geplant. Masken und Mindestabstand sind dabei Pflicht, Demozüge sollen zudem nur getrennt aufmarschieren

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