"Am Ende stehen wir da wie die Vollidioten, zurecht. Altach ist verdient weiter", schäumt Kapitän Alexander Schlager am Mittwochabend. Der ÖFB-Teamgoalie scheidet mit Salzburg überraschend im Cup aus, scheitert daheim 0:1 gegen Außenseiter Altach, das zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins Endspiel einzieht.
In der Mozartstadt ist die anfängliche Aufbruchsstimmung unter Trainer Daniel Beichler bereits im dritten Spiel wieder dahin. Nach dem Rauswurf von Gerhard Struber feierten die "Bullen" einen 5:1-Sieg gegen den bis dahin unter Didi Kühbauer ungeschlagenen LASK. Gegen Hartberg war der Liga-Leader überlegen, kam aber zu wenig klaren Chancen und nicht über ein 0:0 hinaus. Jetzt steht vorne auch gegen Altach die Null und der erste von zwei möglichen Titeln ist verspielt. Dem entthronten Serienmeister droht die dritte titellose Saison in Folge.
Schlager erklärt: "Wir sind gut ins Spiel reingekommen. Die letzten 20, 25 Minuten sind wir in der ersten Halbzeit schlampig geworden. Wenn wir Spiele gewinnen wollen, musst du dir das erarbeiten. Von der Mittellinie schießt du kein Tor."
Lukas Jäger (45.+2) erzielt mit dem Pausenpfiff das Goldtor. Der Kapitän trifft per Kopf nach Eckball-Maßflanke von Patrick Greil.
Die Vorarlberger warten auf den Sieger des Halbfinal-Derbys Ried gegen den LASK (wegen Nebels abgesagt, neuer Termin offen). Das Finale steigt am 1. Mai im Wörthersee Stadion.
Altach ging als klarer Außenseiter in die Partie. Der letzte Auswärtssieg von Altach lag mehr als zehn Jahre zurück. Die Vorarlberger verloren im Winter Trainer Sandro Ingolitsch und Abwehrchef Paul Koller an Sturm Graz. Mit dem 2:1-Heimsieg über die Austria, dem jüngsten 1:1 gegen Rapid und fünf ungeschlagenen Partien startete Neo-Coach Ognjen Zaric beachtlich in seine Ära – nun eliminiert er Salzburg zwar überraschend, aber dem Spielverlauf entsprechend verdient.
Zaric jubelt: "Absolut unglaublich, der Plan perfekt umgesetzt von den Jungs. Absolut verdient gewonnen. Die Großchancen sind klar auf unserer Seite gewesen. Das ist ein Marktwert von 120, 150 Millionen Euro, wir haben gewusst, dass Qualität auf uns zukommt. Unglaublich, erstmals jetzt im Finale. Historisch für den ganzen Klub, das wollen wir heute genießen."
Die Gäste sind über weite Strecken des Halbfinales ebenbürtig, halten die Hausherren vom eigenen Tor fern. Bei den wenigen Möglichkeiten ist Altach-Schlussmann Dejan Stojanovic zur Stelle. So auch in der Nachspielzeit: Ex-ÖFB-Teamspieler Karim Onisiwo findet im Schlussmann seinen Meister und verpasst die beste Ausgleichschance.
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