Jogginghose – Wiener Schule wirft Teenager (19) raus

Anfang April wurde der 19-jährige Schüler Ismael gegen seinen Willen von seiner Schule abgemeldet. Die Gründe kann er nicht nachvollziehen.

Seit zirka zwei Wochen darf der 19-jährige Ismael A. seine Schule, die Vienna Business School Akademiestraße in der City, nicht mehr besuchen. Er wurde gegen seinen Willen abgemeldet und erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Direktion der Handelsakademie (HAK).

Bereits in den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten mit den Lehrern der HAK. Angefangen hat alles damit, dass sich die Noten des 19-Jährigen im Wintersemester 2021 verschlechterten. Statt Einsern und Dreiern wie im Vorjahr, standen vier Fünfer in Ismaels Semesterzeugnis.

Der Wiener Schüler findet, er sei von seinen Lehrern diskriminiert worden, seit sich sein Lernerfolg verschlechtert habe. So soll der 19-Jährige von einer Pädagogin gefragt worden sein, ob seine Mutter keine Waschmaschine zu Hause hätte, weil er manchmal in Jogginghose in die Schule komme. "Ich bin nicht der Einzige, der sich so anzieht. Mich hat die Frage sehr verletzt", meint Ismael im Gespräch mit "Heute"

Hoffte auf klärendes Gespräch

Nachdem der Drittklässler Anfang April eine Meinungsverschiedenheit mit seinem Sportlehrer hatte, wurde er zusammen mit seinem Klassenvorstand zu einem Gespräch in die Direktion gebeten. "Dort habe ich auf eine Konfliktlösung gehofft", erzählt der 19-Jährige im "Heute"-Gespräch. Doch statt eines klärenden Gesprächs soll seine Direktorin ihn dazu gedrängt haben, sich selbst von der Schule abzumelden. Andernfalls würde er von ihr abgemeldet werden. "Sie meinte, dass sie – falls ich mich weigere, mich von der Schule abzumelden, Direktoren auf anderen Wiener Schulen schlechte Sachen über mich erzählen würde", behauptet der Wiener. 

"Sehe nicht ein wieso ich gehen soll"

Dennoch wollte Ismael seine HAK nicht verlassen. "Ich sehe nicht ein, wieso", meint er im Gespräch mit "Heute". Ihm wird vorgeworfen, sich aggressiv zu verhalten, zu viele unentschuldigte Fehlstunden zu haben, die Qualität des Unterrichts aufgrund seiner schlechten Noten infrage zu stellen sowie gegen die Hausordnung zu verstoßen.

Ismael bestreitet alle Vorwürfe und zeigte der "Heute"-Redaktion, dass er alle seine Fehlstunden entschuldigt hätte. "Es stimmt auch nicht, dass ich aggressiv bin. Ich diskutiere gerne, bleibe aber immer respektvoll. Das können meine Klassenkollegen bezeugen", so der 19-Jährige. 

Kein Statement seitens Direktion

"Heute" fragte bei der Direktion der Vienna Business School Akademiestraße an, um eine Stellungnahme bezüglich Ismaels Schulabmeldung zu bekommen. Die Bitte blieb unerwidert. 

Ismael wird gegen die seiner Meinung nach unfaire Schulabmeldung rechtlich vorgehen. "Ich möchte nicht, dass andere Schüler in Zukunft in dieselbe Situation kommen", so der 19-Jährige. Er ist außerdem auf der Suche nach einer neuen Schule oder Arbeitsstelle. 

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