Er wuchs auf einem Bauernhof in der Steiermark auf und wurde einer der bekanntesten Fernsehköche im deutschsprachigen Raum. Doch Johann Lafer hat in den vergangenen Jahren schwere Zeiten durchgemacht. Der 67-Jährige kämpft seit einiger Zeit gegen eine Krebserkrankung.
In einem ausführlichen Gespräch lässt Lafer nun die Öffentlichkeit tief in sein Leben blicken. Er spricht über Schicksalsschläge, die ihn gezeichnet haben, über verpasste Momente mit seiner Familie – und über die Fehler, die er in seinem Leben gemacht hat.
"Habe gelernt, dass wir alle Gast auf Erden sind", wird der Starkoch durch die "Bild" zitiert. Die Krankheit habe ihn zum Nachdenken gebracht und ihm eine neue Perspektive auf das Leben gegeben.
Trotz seiner Erkrankung bleibt Johann Lafer kämpferisch. Seine Frau Silvia steht ihm in dieser schweren Zeit zur Seite und glaubt fest an seinen Sieg im Kampf gegen den Krebs.
Seine Wurzeln hat der TV-Koch jedenfalls nie vergessen: Als Kind musste er auf dem elterlichen Bauernhof für die ganze Familie Schuhe putzen – manchmal bis zu zehn Paare gleichzeitig. Diese Erfahrung hat ihn nachhaltig geprägt.
Heute besitzt Lafer selbst rund 800 Paar Schuhe und gibt offen zu: "Ich habe einen Schuh-Fetisch." Bis heute schaut er seinem Gegenüber angeblich zuerst auf die Schuhe, bevor er ihm ins Gesicht blickt.
Und: Vor genau einem halben Jahrhundert schloss Johann Lafer seine Lehre im Grazer Gösser Bräu ab. Zum Jubiläum kehrte der bekannte Spitzenkoch am Dienstag trotz seiner Krankheit zu seiner damaligen Wirkungsstätte zurück.
"Wenn ich heute auf 50 Jahre seit meinem Lehrabschluss zurückblicke, empfinde ich vor allem große Dankbarkeit", sagt er. In Graz und in der Steiermark habe er nicht nur das Handwerk gelernt, sondern auch den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln, die Bedeutung von Qualität und den Wert harter Arbeit. "Dass aus einer Kochlehre im Gösser-Bräu eine internationale Karriere entstehen konnte, zeigt, welche Kraft in einer fundierten Ausbildung steckt. Diese Chancen wünsche ich auch den jungen Menschen von heute", so der Gastronom.
Am Willen der Jungen scheitert es jedenfalls nicht: "Bis heute eifern ihm unsere Lehrlinge nach. Johann Lafer ist ein großes Vorbild für jede und jeden in unserer Branche. Er ist der Beweis dafür, dass man es mit Leidenschaft und Fleiß sehr weit bringen kann", sagt Gösser Bräu Wirt Robert Grossauer. So wirke Lafer auch noch Jahrzehnte nach seinem eigenen Lehrabschluss positiv auf nachfolgende Generationen. "Dafür können wir gar nicht genug dankbar sein."