Er spielt vor tausenden, schreibt Ohrwürmer am laufenden Band und bleibt dabei irgendwie immer einer von uns. Josh. hat im Vorprogramm von Robbie Williams seinen neuen Song "Ich tanze meinen Namen" vor über 30.000 Menschen live präsentiert. Im "Heute"-Interview spricht offen wie nie über Höhen, Tiefen und warum das mit dem Berühmtsein gar nicht so leicht ist.
Die Live-Premiere des neues Songs, ein besonderes Erlebnis, wie der Sänger erzählt: "Es war wunderschön, weil die Zuschauer alle schon da waren. Ich glaube, es waren über 30.000 Menschen." Besonders emotional wurde es bei "Ich gehör repariert": "Wie sie dann die Handylichter eingeschaltet haben, das war wirklich sehr cool." Ob Nervosität dabei war? "Nervöser glaube ich nicht. In Österreich ist das dann schon fast ein Heimspiel. In der Schweiz zum Beispiel kennt man mich nicht so gut, da wäre ich nervöser."
Die neue Single ist wieder ein typischer Josh.-Song: eingängig, tanzbar, mit Augenzwinkern. Wie fällt die Entscheidung, welcher Song rauskommt? "Ich hätte gern wieder was Fröhliches, so uplifting – einfach, weil ich das Gefühl hatte, das passt jetzt wieder mal. Ich hatte das große Glück, dass mir was eingefallen ist in diese Richtung." Im Team bei Warner Music wurde dann gemeinsam entschieden: "Die fanden den Song cool, weil es etwas ist, was die Leute mitnehmen kann."
Der Titel erinnert sofort an Volksschultage – das ist auch ganz bewusst so. "'Ich tanze meinen Namen', ich fand das einfach eine lustige Idee. Wir haben in der Schule wirklich unseren Namen getanzt. Es ist auch ein Appell an mich selbst: Wenn du’s machen willst, dann mach’s." Da machen wir gleich eine kleine Zeitreise, eben zurück in die Schule. Josh. besuchte eine Waldorfschule. Und ja – "Das mit dem Namen tanzen ist tatsächlich passiert." Das Fach hieß Eurythmie. "Da gibt’s Rhythmen und meistens spielt jemand Klavier. Dann machst du gewisse Figuren mit deinem Körper, eine Art Ausdruckstanz." Besonders beliebt war das unter Teenagern aber nicht: "Das war die Stunde, die wir, wenn irgendwie möglich, geschwänzt haben, mit rasch mal einer Übelkeit." Heute kann er darüber lachen. "Ich finde es cool, wenn man auch über sich selbst lachen kann. Es war mir nur wichtig, dass es nicht wie ein Waldorf-Bashing rüberkommt."
„Ich wollte einfach nicht mehr der Josh. sein"“Sänger Josh.über den Tiefpunkt in seinem Leben
Trotz des Erfolgs war nicht alles immer nur leicht. Josh. spricht offen über eine schwere Phase: "Es gab eine Zeit, da wollte ich das, was ich am liebsten mache, nicht mehr machen. Ich hab bitterlich geweint und gesagt: Ich will einfach nicht mehr der Josh. sein." Die Trennung zwischen Künstler und Privatperson wurde zu groß. "Ich hab das nicht mehr gespürt. Ich hab meinen Schlagzeuger nach einem Konzert gefragt: 'Mochten die das heute?' – ich konnte es selbst nicht mehr einschätzen."
„'Expresso & Chianti' hat mir das One-Hit-Wonder-Image genommen“Josh.über Erfolge als Sänger
Heute geht Josh. viel reflektierter mit Druck, Erwartungen und Social Media um. "Ich habe Coaching gemacht, Therapie. Ich musste erst lernen, mit dem Beruf klarzukommen. Musik war nicht neu, aber das Drumherum war es." Hate-Kommentare? "Ich hatte nie einen Shitstorm – Gott sei Dank, weil ich hätte es damals nicht ausgehalten. Das macht dich unfrei. Du hast Angst vor den Reaktionen, und dann kannst du nicht offen reden."
Nach dem Mega-Erfolg mit "Cordula Grün" sahen viele Josh. als potenzielles One-Hit-Wonder. "Und das tut weh. Ich war ja nicht erfolglos, aber der Vergleich zu 'Cordula Grün' hing immer mit." Erst mit 'Expresso & Chianti' kam die Wende. "Da sind Leute zu mir gekommen und haben gesagt: 'Es freut mich so, dass du jetzt kein One-Hit-Wonder mehr bist.'" Heute hat Josh. über ein Dutzend Songs geschrieben, das neue Album kommt im Frühjahr.
Ob Eurythmie-Tanz oder ESC – Josh. bleibt ehrlich, charmant und mit Bodenhaftung. "Ich bin kein Tänzer, aber ich hab halt für Social Media den 'Hampelmann' gemacht und meinen Namen getanzt, war dann auch ganz witzig. Und irgendwer wird sich schon melden und sagen: 'So tanzen wir das jetzt nicht mehr.'" Egal, wer mit Josh. singen oder auch tanzen möchte hat am 24. und 25. September in Wien die Möglichkeit. Dann spielt er zweimal in der Open-Air-Arena!