Vor ungefähr einem hatte das AfD-nahe Medium "Deutschland-Kurier" eine Fotomontage der deutschen Innenministerin Nancy Faeser (SPD) veröffentlicht. Auf der Aufnahme hielt Faeser ein Schild in den Händen, auf dem "Ich hasse die Meinungsfreiheit!" stand. Zu dem Bild schrieb der Angeklagte damals: "Faeser hasst Meinungsfreiheit!"
Das Problem an der ganzen Sache: Das Bild war eine dreiste Fälschung. Auf dem echten Foto, welches das Innenministerium selbst veröffentlichte, war ein anderer Schriftzug zu lesen. Das Bild entstand im Rahmen des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus. Daher stand auf dem Schild in Faesers Händen auch "We remember" ("Wir gedenken").
Zu dem Prozess kam es, weil der Journalist einen Strafbefehl erhielt und dagegen Einspruch einlegte. Viel gebracht hat ihm das allerdings nicht, denn das Amtsgericht Bamberg entschied, dass der Journalist die Bildmontage bewusst erstellt, verbreitet und damit eine "verächtlich machende, unwahre Tatsachenbehauptung" über eine Person des politischen Lebens verbreitet habe, berichtete die "Bild".
Dem Gericht zufolge hätte ein durchschnittlicher Nutzer nicht erkennen können, dass es sich um ein bearbeitetes Foto gehandelt habe. Somit wurde der Chefredakteur zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Dem Journalisten zufolge sei das Bild klar als satirisches Meme zu erkennen, daher wolle er auch mit "allen juristischen Mitteln" gegen das Urteil vorgehen. Somit könne der Fall in die nächsthöhere Instanz gehen.