Verzögerung in "MMA-Knast"

Neuer Jugend-Häf’n bleibt Baustelle, Volksanwältin tobt

Die Volleröffnung des Jugend-Häf’n am Münnichplatz verzögert sich erneut. Die Kritik an den Zuständen und am Personalmangel wächst weiter.
Wien Heute
08.11.2025, 16:17
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Die vollständige Inbetriebnahme der Jugendstrafanstalt Münnichplatz – jenem Gefängnis für straffällig gewordene Jugendliche, das durch MMA-Einlagen und respektloses Verhalten der Insassen Schlagzeilen machte – verzögert sich erneut. "Was ich befürchtet habe, ist leider eingetreten. Das Justizministerium verschiebt den Start des Vollbetriebs der Jugendstrafanstalt Münnichplatz schon wieder", so Volksanwältin Gaby Schwarz.

Zuerst hieß es 2024, dann Anfang 2025, dann Sommer - "die Liste der Vertröstungen ist lang", hält die Volksanwältin fest. Auch der zuletzt genannte Termin mit Ende dieses Jahres hält nicht. Der Vollbetrieb wird im Lauf des ersten Quartals 2026 geplant. "Auch wenn wir es erwartet haben, bleibt es doch eine Enttäuschung", so Schwarz.

"Die Jugendstrafanstalt Gerasdorf hätte nicht geschlossen werden dürfen, bevor der Münnichplatz fertig ist", verweist Gaby Schwarz auf die Ergebnisse des amtswegigen Prüfverfahrens der Volksanwaltschaft. Die Bedingungen für Jugendliche in der permanent überfüllten Justizanstalt Josefstadt wurden zuletzt durch die Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft ("Kija") kritisiert.

Demnach wurde im Vorjahr in der Justizanstalt  Josefstadt auf einer Abteilung für Jugendliche das Abendessen bereits um 13.30 Uhr ausgegeben. Insassen dieser Abteilung konnten auch nur zweimal wöchentlich duschen, da nicht ausreichend Warmwasser vorhanden war.

"Ich appelliere an das zuständige Justizministerium endlich ein realistisches Projektmanagement einzurichten, damit die Jugendlichen und auch das Personal nicht ständig falschen Erwartungen ausgesetzt sind", so die Volksanwältin, die ihre Kritik durch die Position der Jugendanwaltschaft bestätigt sieht.

Auch beim Personal gibt es massive Sorgen. Vertreter der Justizwache und die "Kija" weisen schon lange auf den massiven Mangel hin. Die Gewerkschaft fordert 300 zusätzliche Planstellen. FPÖ-Mandatar Christian Lausch sprach sogar von 300 bis 400 fehlenden Planstellen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 09.11.2025, 13:24, 08.11.2025, 16:17
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