Die Anwärter für Serbiens ESC-Song sind vielfältig. Aber vor allem einer sticht ganz deutlich heraus: "Jugoslavija" von Zejna.
Dabei gibt es im Vorentscheid sogar einen deutschen Titel mit "Fräulein". Der bekommt aber nicht einmal halb so viel Aufmerksamkeit wie der Techno-Kracher von Zejna.
Denn allein die Tatsache, dass ein möglicher ESC-Beitrag aus Serbien den Namen Jugoslawien trägt, lässt bei vielen die Alarmglocken schrillen. Das Ergebnis: Diskussionen, Kritik, aber auch extrem viele Klicks.
Auf dem YouTube-Kanal des serbischen Senders RTS hat "Jugoslavija" bereits die meisten Aufrufe aller Vorentscheid-Songs gesammelt. Bei Fans liegt der Titel jetzt schon ganz weit vorne.
Die 39-jährige Zejna Murkić, geboren 1986 im serbischen Loznica nahe der Grenze zu Bosnien-Herzegowina, ist beim PZE keine Unbekannte. Zwischen 2022 und 2024 trat sie jedes Jahr beim serbischen Vorentscheid an, ihr bestes Ergebnis holte sie 2024 mit Platz fünf. Heuer saß sie sogar in der Jury des Luxembourg Song Contest und vergab dort ihre Höchstwertung an die spätere Siegerin.
Nun also der nächste Anlauf. Und der bislang umstrittenste.
In "Jugoslavija" wird der untergegangene Staat nicht politisch beschworen, sondern als Metapher für eine Beziehung verwendet:
„Jugoslavija smo ti i ja –Jugoslawien sind du und ich.“Refrain von Zejnas "Jugoslavija"
Dazu düstere Beats, große Emotionen und Gegensätze, die einander brauchen. Später heißt es sogar auf Englisch: "Don’t destroy. Unite." Geld, so der Text, habe die Macht, Länder zu zerstören. Viel Deutungsspielraum – und genau darin liegt der Zündstoff.
Während der Sender RTS bislang schweigt, meldete sich Zejna selbst auf Instagram zu Wort:
"'Jugoslavija' ist ein Lied über Frieden, Liebe, Einheit und über eine einzige Rasse: die Menschheit."
Nicht alle sind überzeugt. Der Fan-Account Eurovision Kosovo kritisiert den Song scharf und ist der Meinung, die EBU würde einen Titel mit diesem Namen ohnehin nicht zulassen. Schon die Verwendung des Begriffs "Jugoslawien" sei politisch, die Symbolik könne als nostalgische Idealisierung oder als Erzählung von Wiedervereinigung verstanden werden.
Ob "Jugoslavija" tatsächlich bis nach Wien kommt – und ob die EBU dann ein Problem darin sieht – entscheidet sich frühestens beim 1. Halbfinale am 24. Februar.