Blutendes Mädchen musste stundenlang auf Arzt warten

Die 4-jährige Diana blutete aus dem Ohr.
Die 4-jährige Diana blutete aus dem Ohr.Leserreporter
Die 4-jährige Diana musste, während sie aus dem Ohr blutete, fast acht Stunden auf einen Arzt warten, weil sie als K1-Person in Quarantäne war.

Durch das Coronavirus befindet sich die österreichische Bevölkerung in einer Ausnahmesituation. Das musste auch die 4-jährige Diana am Mittwoch schmerzlich feststellen, als diese mit "furchtbaren Ohrenschmerzen" aufgewacht ist, wie ihr Vater Gabor M. im "Heute"-Gespräch erzählte.

"Am Dienstag haben wir erfahren, dass meine Tochter eine K1-Person ist und in Quarantäne muss, da ihre Kindergartenpädagogin mit Corona infiziert ist", berichtet der 37-Jährige weiter. "Am nächsten Tag in der Früh haben meine Frau und ich bemerkt, dass Diana aus dem Ohr blutete und auch eine andere Flüssigkeit herausfloss." Weil das Mädchen vor kurzem am Ohr operiert wurde, machten sich ihre Eltern deshalb besonders große Sorgen.

Eltern ständig weiterverwiesen

Hier sollte die Odyssee aber erst beginnen, erzählt Gabor M. weiter. "Zuerst haben wir um 8 Uhr den Hausarzt angerufen, der uns an den Ärztefunkdienst verwiesen hat. Diese wäre aber erst am Abend erreichbar, deshalb haben wir dann bei der Rettung nachgefragt." Laut dem 37-Jährigen riet der Rettungsnotdienst dem Vater, die 4-Jährige ins Krankenhaus zu bringen. "Ich hab ihm dann aber gesagt, dass meine Tochter eine K1-Person ist, deshalb wurden wir dann an die Coronahotline weiterverwiesen."

Nach all den Telefonaten wurde Gabor M. vom Ärztefunkdienst schließlich versichert, dass ein Arzt vorbei kommen würde, der dann auch um 15:30 Uhr, also siebeneinhalb Stunden später, eintraf. "Er hat meiner Tochter, auf Vermutung einer Mittelohrentzündung, Antibiotika verschrieben, womit es ihr dann schnell wieder besser ging."

37-Jähriger habe richtig reagiert

Laut Ärztekammer ist der Ärztefunkdienst unter der Nummer 141 unter der Woche zwischen 19 Uhr bis 7 Uhr, oder an Wochenenden und Feiertagen ganztägig, erreichbar. Gabor M. soll dennoch alles richtig gemacht haben, indem er 1450 anrief. "So konnte der Vorfall nach einer internen Beratung an den Ärztefunkdienst weitergegeben werden."

Die Ärztekammer bedauert allerdings, dass die Wartezeit so lang gedauert hat. "Hätte er sich sofort an die Corona-Hotline gewandt, hätte ein Arzt früher vorbei kommen können." Hätte es sich allerdings um einen Notfall gehandelt, wäre die Rettung vorbeigeschickt worden.

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