Der Kärntner Marjan Kropiunik sprach mit der "Kleinen Zeitung" offen über seine jahrelange Abhängigkeit von Snus, dem rauchlosen Nikotinprodukt in kleinen Beuteln, das über die Mundschleimhäute aufgenommen wird.
Bereits mit 14 Jahren begann er damit – beeinflusst von seinem Freundeskreis in einer Fußballakademie. "Irgendeiner hatte immer etwas dabei und irgendwann habe ich es probiert. Es hat nicht geschmeckt, mir nicht gut getan, und trotzdem habe ich es gemacht", sagte er. "Wir haben sie in unseren Socken versteckt und heimlich mitten im Training genommen. Heute würde ich einen Herzinfarkt kriegen.“
Im Laufe der Jahre gab Kropiunik nach eigenen Angaben ein ganzes Vermögen für Snus aus. Selbst, dass die Beutel immer teurer wurden, hatte ihn nicht abgehalten. "Ich habe grob überschlagen und sicher weit mehr als 60.000 Euro ausgegeben. Das ist ein Wahnsinn", berichtet er.
Trotz gesundheitlicher Probleme und mehreren gescheiterten Versuchen, aufzuhören, gelang es ihm erst während einer Corona-Erkrankung, die Sucht zu überwinden. Der Verkauf von tabakhaltigem Snus ist in der EU – abgesehen von Schweden – übrigens seit Kurzem verboten. Seit 1. April dürfen tabakfreie Nikotinbeutel in Österreich nur noch in lizenzierten Trafiken verkauft werden.
Dennoch: Der Konsum von Nikotinbeuteln und ähnlichen rauchlosen Produkten nimmt in Österreich weiter zu. Besonders bei Jugendlichen erfreuen sich diese Produkte wachsender Popularität.
Das größte Risiko ist zunächst die Entwicklung einer Nikotinabhängigkeit, aber auch Überdosierungen und Nikotinvergiftungen sind möglich. Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen bis hin zur Ohnmacht. Zudem können Nikotinbeutel zu Schäden im Mundraum führen und sind krebserregend.