Ein Polizeieinsatz im Bezirk Völkermarkt hat ein juristisches Nachspiel. Ein Beamter muss sich am Freitag am Landesgericht Klagenfurt verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Missbrauch der Amtsgewalt, Körperverletzung und Verleumdung vor.
Auslöser war laut einem Bericht der Kleinen Zeitung ein Nachbarschaftsstreit am 24. August des Vorjahres. Eine Frau hatte damals die Polizei gerufen, weil sie sich von ihrem Nachbarn bedroht fühlte. Zwei Polizisten rückten daraufhin zu einer kleinen Ortschaft im Bezirk Völkermarkt aus.
Der Polizist sprach vor Ort sowohl mit der Anruferin als auch mit dem beschuldigten Nachbarn. Dabei dürfte die Situation rasch eskaliert sein. Zwischen dem Beamten und dem Mann kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung.
Schließlich wurde der Nachbar festgenommen. Laut Gericht soll der Polizist den Mann "unter Anwendung von Körperkraft zu Boden gebracht und am Boden fixiert" haben.
Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass es für die Festnahme keinen rechtlichen Grund gegeben habe. Außerdem soll der Mann bei dem Vorfall verletzt worden sein. Brisant: Auf dem Bauernhof des Festgenommenen sind mehrere Kameras installiert. Diese sollen auch den Polizeieinsatz gefilmt haben. Das Video tauchte erst im Laufe der Ermittlungen auf.
Doch damit nicht genug: Laut Anklage soll der Polizist danach auch falsche Aktenvermerke erstellt und einen unrichtigen Bericht an die Staatsanwaltschaft geschickt haben. Dadurch kam zusätzlich der Vorwurf der Verleumdung dazu.
Der Beamte ist seit September vom Dienst suspendiert. Für ihn gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung. Der Prozess unter Vorsitz von Richter Gernot Kugi soll nun klären, was bei dem Polizeieinsatz tatsächlich passiert ist.