Wenn Waffen im Spiel sind, besonders gefährliche Personen festgenommen werden müssen oder eine größere Rauferei eskaliert, kommt in Wien die Wega zum Einsatz. Die Spezialeinheit ist rund um die Uhr im Stadtgebiet unterwegs und verzeichnet jedes Jahr Hunderte Zugriffe.
Nun wird bei der Schutzausrüstung nachgerüstet. Die Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung erhält 300 neue taktische Plattenträger. Damit soll die persönliche Schutzausrüstung der rund 250 Wega-Polizisten verbessert werden.
Die neue Sicherheitsklasse soll beispielsweise auch bei Beschuss mit dem Sturmgewehr Kalaschnikow AK47 schützen. Gleichzeitig sollen die Polizisten möglichst beweglich bleiben. "Gerade Einheiten wie die WEGA, die tagtäglich bei gefährlichen Einsätzen einschreiten, benötigen moderne Schutzausrüstung", so Innenminister Gerhard Karner (VP). Die neuen ballistischen Westen würden Schutz und zugleich Beweglichkeit bei Angriffen mit Langwaffen bieten. "Natürlich ist es am besten, wenn die Schutzausrüstung niemals benötigt wird."
Wie oft die Wega tatsächlich gefordert ist, zeigen die Einsatzzahlen. Im Jahr 2025 führte die Einheit knapp 1.000 Zugriffe durch. Allein im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits mehr als 400. Besonders heikel: Bei 78 Prozent der Zugriffe war zuvor nicht bekannt, ob der Verdächtige bewaffnet ist.
Die Wega ist mit mehreren Sektorwägen rund um die Uhr einsatzbereit in Wien. Dadurch können die Spezialisten binnen weniger Minuten vor Ort sein, wenn andere Polizisten Unterstützung benötigen. 93 Prozent der Zugriffe dauern weniger als eine Minute.
Zum Einsatz kommt die Einheit unter anderem, wenn Waffen im Spiel sind, bei größeren Raufereien, Hausdurchsuchungen sowie bei der Festnahme besonders gefährlicher oder aggressiver Personen. Auch Großveranstaltungen mit erhöhtem Gefahrenpotenzial, Demonstrationen und Kundgebungen gehören zum Einsatzgebiet. Bei Risikofußballspielen werden Wega-Polizisten in ganz Österreich eingesetzt. In der Vergangenheit unterstützten sie zudem Großeinsätze im Ausland.
Wer zur Wega will, muss zunächst die zweijährige Polizeigrundausbildung abgeschlossen haben und danach zumindest zwei Jahre praktische Erfahrung im Außendienst sammeln.
Anschließend wartet ein mehrstufiges Auswahlverfahren mit körperlichen Leistungstests, Schießtests, psychologischer Eignungsdiagnostik und einsatztaktischen Aufgaben. Wer sich dabei durchsetzt, absolviert eine neunmonatige Spezialausbildung. Dazu kommen weitere Spezialbereiche wie Seiltechnik, Einsatzsanitätsdienst, Drohnen, Sicherungsschützen sowie Einsatzmittel- und Öffnungstechnik. Die Wurzeln der WEGA reichen bis ins Jahr 1928 zurück. Derzeit sind rund 250 Polizisten der Einheit 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche in Wien einsatzbereit.