Kalaschnikow, Koks – Wiener Gastronom in Haft

Cobra-Einsatz in der Leopoldstadt (Symbolfoto)
Cobra-Einsatz in der Leopoldstadt (Symbolfoto)Leserreporter
In der Leopoldstadt kam es zu einem Cobra-Einsatz. Die Beamten nahmen drei Personen, darunter einen Wiener Gastronomen, fest. 

Die Kriminalpolizei hegte bereits seit längerem dem Verdacht, dass in einem Balkan-Restaurant beim Mexikoplatz Drogen verkauft werden sollen. Als ein verdeckter Ermittler am Samstag den 10. April einen fingierten Kokain-Deal aushandelte, stand das Lokal bereits unter polizeilicher Beobachtung. Der 43-jährige serbische Gastronom dürfte davon ausgegangen sein, dass er am besagten Tag kiloweise Koks an den Mann bringen würde.

Während der Observation konnten die Polizisten gegen 13.45 Uhr eine Frau und einen Mann beobachten, wie sie mit einem in Slowenien zugelassenen Skoda Octavia zum Mexikoplatz fuhren. Als das Duo das Lokal betrat, soll es ein Sackerl mit den zuvor bestellten Drogen bei sich gehabt haben.

Im Restaurant selbst kam es dann gegen 15.30 Uhr zu dem vermeintlichen Deal, bei dem der 43-jährige Serbe laut Polizei das Kokain dem Käufer übergab. Im selben Moment fand der Zugriff durch die Spezialeinheit Cobra statt. In der Hoffnung die Beweise vernichten zu können, flüchtete der Lokalchef mit dem Kokainpackerl auf das Dach und warf es weg – es landete jedoch in einer Dachrinne nur wenige Meter weit entfernt. Der Balkan-Gastronom wurde noch auf dem Gebäude von der Spezialeinheit Cobra festgenommen. Seine vermeintlichen Komplizen, eine 27-jährige Montenegrinerin und ein Montenegriner, wurden vor Ort festgenommen. 

Kiloweise Koks und AK 47 gefunden

Die Kriminalpolizei stellte im Zuge der Operation etwa 2,3 Kilogramm Kokain, 3,5 Kilogramm Marihuana, knapp 5.300 Euro Bargeld, eine Kalaschnikow (AK 47), und zwei Faustfeuerwaffen (Glock, Beretta) sicher. Dem Serben wird vorgeworfen mit Suchtmittel gehandelt, gegen das Waffengesetz verstoßen und einen Beamten mit einem Messer bedroht zu haben.

Doch das ist noch nicht alles: Gegen den Serben besteht eine aufrechte Festnahmeanordnung sowohl in seinem Heimatland, als auch in Spanien. Die Ermittler des Landeskriminalamtes gehen davon aus, dass es sich hier um eine international agierende Tätergruppe handeln dürfte und der 43-jährige Wiener Gastronom der Kopf dieser Bande war.

"Seit 2019 ermittelt sowohl die Kripo wegen grenzübergreifenden Drogenhandels, als auch die Finanzpolizei wegen illegalem Glückspiels und Geldwäsche", bestätigt die Wiener Polizei gegenüber "Heute". Im Zuge des spektakulären Einsatzes am 10. April in der Leopoldstadt, kam es auch in Ottakring, Floridsdorf, Strasshof, Bruck an der Leitha und Himberg zu Hausdurchsuchungen. Dabei wurden etwa 600 Gramm Kokain und zwei Kilogramm Marihuana sichergestellt. Die Ermittler nahmen in weiterer Folge mehrere Personen im engsten Umfeld des Hauptverdächtigen fest. 

Star-Anwalt Nikolaus Rast verteidigt den Verdächtigen.
Star-Anwalt Nikolaus Rast verteidigt den Verdächtigen.Denise Auer

Der 43-jährige Serbe sitzt derzeit in Untersuchungshaft und schweigt zu den schwerwiegenden Vorwürfen. Star-Anwalt Nikolaus Rast vertritt den Gastronomen in der Drogen-Causa und sprach mit "Heute" über den Fall. "Mein Mandant ist unschuldig. Die Ermittlungen werden zeigen, dass es sich hier um falsche Anschuldigungen gegen ihn handelt", so Rast in einem Statement gegenüber "Heute". 

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