Wenn in Kalifornien die Sonne untergeht, gehen nicht mehr automatisch die Gaskraftwerke an. Stattdessen übernehmen riesige Batteriespeicher die Stromversorgung.
Diese speichern tagsüber den überschüssigen Solarstrom und geben ihn abends wieder ab - genau dann, wenn die Kalifornier nach der Arbeit den Fernseher einschalten und die Klimaanlage hochdrehen.
Die Kapazität der Großspeicher liegt bereits bei 84 Gigawattstunden. Das reicht für rund vier Stunden - also ziemlich genau vom Feierabend bis zur Schlafenszeit. Die installierte Leistung soll in den kommenden Jahren von 17 auf 52 Gigawatt anwachsen.
Laut N-TV meldet der Bundesstaat an der US-Westküste seit Wochen neue Rekorde bei dieser Technologie. Stanford-Professor Marc Jacobson betont: In 12 von 14 US-Bundesstaaten mit hohem Erneuerbaren-Anteil lagen die Strompreise 2 bis 5 Cent unter dem US-Durchschnitt. Der Grund sei simpel: Wind, Wasser und Sonne haben keine Brennstoffkosten.
Kalifornien plant, bis 2045 vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt will damit beweisen, dass ein Energiesystem ausschließlich aus Solar, Wind, Wasserkraft und Batteriespeichern funktionieren kann.
Professor Jacobson kritisiert das einzige verbliebene Atomkraftwerk des Bundesstaats: Diablo Canyon erzeuge nur acht Prozent des kalifornischen Stroms, sorge aber dafür, dass günstiger erneuerbarer Strom regelmäßig abgeregelt werden müsse.
"Im April und Mai wurden effektiv 90 Prozent des Atomstroms nicht benötigt", so der Stanford-Experte.
Angst vor Dunkelflauten hat Jacobson nicht. Kalifornien sei zu groß, als dass zwei oder drei Tage hintereinander weder die Sonne scheint noch der Wind weht. Zusätzlich importiert der Bundesstaat Strom aus Nachbarstaaten wie Oregon, Arizona und sogar aus Kanada.