Österreichische Forscher arbeiten an einer neuen Batterietechnik für stationäre Energiespeicher. Im Projekt "Phoenics" soll Lithium-Mangan-Eisenphosphat, kurz LMFP, weiterentwickelt werden. Das Material könnte gegenüber dem bereits etablierten Lithium-Eisenphosphat (LFP) bis zu 20 Prozent mehr Energiedichte ermöglichen.
Hinter dem Projekt stehen Virtual Vehicle Research, Varta Innovation, das Materials Center Leoben und AVL List. Gemeinsam wollen die Partner herausfinden, wie sich LMFP für leistungsfähige und langlebige Batteriezellen nutzen lässt.
LMFP gilt als Weiterentwicklung der LFP-Technologie. Ein Vorteil: Das Material kommt ohne Kobalt und Nickel aus. Gleichzeitig werden eine hohe thermische Stabilität und gute Sicherheitseigenschaften genannt.
Das Ziel des Projekts geht über eine höhere Energiedichte hinaus. Die Forscher wollen die Energiedichte um 20 Prozent und die Lebensdauer der Zellen um 40 Prozent verbessern. Dabei werden auch Kosten und die industrielle Herstellung berücksichtigt.
Noch gibt es offene Fragen. Dazu zählen die Verarbeitung und Skalierbarkeit des Materials sowie die Vorgänge innerhalb der Zellen während des Ladens und über die gesamte Lebensdauer.
Die Partner untersuchen das Material bis hin zur Mikrostruktur der Elektroden. Dafür kommen moderne Analyse- und Bildgebungsverfahren zum Einsatz. Auch künstliche Intelligenz soll bei der Auswertung helfen.
Zusätzlich werden Modelle entwickelt, mit denen sich das Verhalten der Batteriezellen simulieren lässt. Die Untersuchungen reichen dabei vom Material bis zum kompletten Speichermodul. Spezielle Tests sollen außerdem die Sicherheit der neuen Zellen überprüfen.
Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 2,9 Millionen Euro. Knapp 2 Millionen Euro davon werden über die FFG-Ausschreibung "Energieforschung 2024" gefördert. Die Laufzeit beträgt 36 Monate.
Zunächst konzentriert sich "Phoenics" auf stationäre Energiespeicher, etwa zur Speicherung von Strom aus Wind- und Solaranlagen.
Langfristig könnten die Forschungsergebnisse laut den Projektpartnern auch für die Elektromobilität interessant werden. Eine konkrete Serienanwendung wurde bisher allerdings nicht angekündigt.