Auf der Intersolar 2026 in München sorgte eine neue Technologie für Aufsehen: Natrium-Akkus könnten schon bald Lithium als Ladungsträger in Heimspeichern ablösen. Das Prinzip: Natrium ersetzt Lithium und steht im Periodensystem direkt darunter. Es verhält sich chemisch ähnlich, ist aber als Bestandteil von Kochsalz quasi unbegrenzt verfügbar - ohne politisch heikle Lieferketten.
Am Stand des Frankfurter Start-ups Revolta stellte Gründer und CEO Dr.-Ing. Julian Mattheis einen der ersten natriumbasierten Hochvolt-Heimspeicher für den deutschen Markt vor. Marktstart ist im September geplant.
Wie inside-digital.de berichtet, haben die Zellen drei entscheidende Vorteile gegenüber Lithium. Erstens: Frost ist kein Problem mehr. Während Lithium-Eisenphosphat-Zellen unter null Grad nicht geladen werden können, funktionieren Natrium-Zellen bis minus 20 Grad. Zweitens: Die Brandgefahr ist minimal. Und drittens: Der Preis nähert sich bereits dem Niveau von Lithium an.
Der weltgrößte Zellhersteller CATL hat im April den bisher größten Natrium-Deal der Geschichte unterschrieben - 60 Gigawattstunden für den Speicherintegrator HyperStrong. Es gibt allerdings einen Haken: Natrium-Zellen sind größer und schwerer als Lithium-Zellen. Für Smartphones oder E-Bikes sind sie daher nicht geeignet. Bei Heimspeichern spielen Gewicht und Größe aber kaum eine Rolle.
Auch die deutsche Forschung arbeitet intensiv an der Verbesserung der Natrium-Technologie. Ein Team der Bundesanstalt für Materialforschung hat eine neue Anode entwickelt, die die Effizienz von Natrium-Batterien um das 4,5-Fache steigern kann.
Neben Natrium-Akkus fiel auf der Messe ein weiterer Trend auf: Balkonkraftwerk-Speicher werden immer leistungsstärker. An fast jedem Stand prangen Zahlen wie 5.000 Watt Modulleistung. Im normalen Betrieb ist das an der Schuko-Steckdose allerdings nicht erlaubt - dort gilt maximal 800 Watt Einspeisung. Die hohen Werte gibt es nur bei fest verdrahteten Systemen.
Die gute Nachricht: Für rund 1.000 Euro gab es vor drei Jahren nur 1 bis 2 Kilowattstunden Speicher, heute sind es bereits 5 Kilowattstunden. Die Systeme sind modular aufgebaut und können vom Balkonkraftwerk zur vollwertigen Solaranlage wachsen.