Anfang 2026 war Meta noch einer der lautstärksten KI-Verfechter der Tech-Branche. Im Rahmen des sogenannten "Project OT" sollten Mitarbeiter in erheblichem Umfang durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Das Ziel: Der Zuckerberg-Konzern sollte "AI native" werden.
Doch diese Pläne sind nun in sich zusammengefallen. Wie es bei Computerwoche unter Berufung auf Reuters heißt, legen interne Daten nahe, dass die Meta-Führungsebene bei ihrer Planung wohl dem KI-Marketing-Hype erlegen ist. Die Code-Änderungen an internen Plattformen stiegen zwar um 220 Prozent – neue oder verbesserte Funktionen für die User aber nur um 36 Prozent.
Der massive Anstieg von KI-generiertem Code ließ bei Meta-Führungskräften die Alarmglocken schrillen. Insider berichten von unkontrollierten KI-Agenten, die in großem Maßstab disruptive Aktionen durchführten. Die Folge: schwerwiegende technische und sicherheitsrelevante Vorfälle, etwa Service-Unterbrechungen und mögliche Daten-Leaks.
Die Zahl der Incidents stieg im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent, der Zeitaufwand zur Behebung um 70 Prozent. Besonders brisant: Meta wollte seine Belegschaft mit Tracking-Software durchleuchten, um die KI-Agenten zu trainieren. Die Mitarbeiter lehnten sich dagegen auf – sie befürchteten, sich so selbst abzuschaffen.
Um zu beschwichtigen, stellte der Konzern zunächst höhere Budgets für Reisen und Events in Aussicht – sowie qualitativ hochwertigere Snacks für die Büroküchen. Wenig überraschend konnte das die Stimmung nicht heben.
Obwohl die KI-Pläne in ihrer bisherigen Form erst einmal vom Tisch sind, gibt es für die Meta-Mitarbeiter keinen Grund zur Entwarnung. CEO Zuckerberg spricht intern weiter über unternehmensweite Personalmaßnahmen – die Kürzungen könnten schlicht auf 2027 verschoben werden.
Analysten mahnen zur Vorsicht. Sanchit Vir Gogia von Greyhound Research sieht Metas Fehler darin, "prognostizierte Fähigkeiten von KI-Agenten als gesetzt betrachtet" zu haben. Und Justin Greis von Acceligence warnt: "KI kann ein Unternehmen außerordentlich auf Trab halten, ohne es zwangsläufig produktiver zu machen."