Social-Media-Sucht

Meta zahlt 16 Milliarden, um Mega-Prozess zu beenden

Meta einigt sich in den USA auf eine Milliardenstrafe wegen Vorwürfen zur Social-Media-Sucht bei Jugendlichen.
Digital  Heute
26.08.2026, 15:47
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Der Facebook-Konzern Meta legt im Streit um Social-Media-Sucht eine saftige Summe auf den Tisch. Wie aus Gerichtsakten hervorgeht, zahlt das Unternehmen rund 16 Milliarden Dollar, um einen Vergleich zu erzielen. Hintergrund sind zahlreiche Klagen in den USA, die Meta vorwerfen, mit seinen Plattformen wie Facebook und Instagram gezielt süchtig machende Mechanismen einzusetzen – besonders bei Kindern und Jugendlichen.

Die Kläger meinen, dass Meta zu wenig gegen die negativen Folgen der Social-Media-Nutzung unternommen hat. Immer wieder gibt es Berichte über psychische Probleme, die bei jungen Nutzern durch Scrollen, Vergleiche und Online-Mobbing entstehen. Mit dem Vergleich will Meta das langwierige Verfahren beenden. Das Unternehmen betont aber weiterhin, dass man sich an alle Gesetze halte und viel unternehme, um die Sicherheit auf den Plattformen zu erhöhen.

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Gehirne "ausgenutzt"

Die Summe von 16 Milliarden Dollar ist eine der höchsten, die je in einem solchen Fall gezahlt wurde. Die Staatsanwaltschaft warf Meta vor, Kinder und Jugendliche abhängig gemacht zu haben, ihre Gehirne "ausgenutzt" zu haben und die Öffentlichkeit in die Irre geführt zu haben. Das sagte Kaliforniens stellvertretende Generalstaatsanwältin Megan O'Neill vor wenigen Tagen in ihrem Eröffnungsplädoyer.

Mehrere US-Bundesstaaten forderten strenge Beschränkungen für Instagram und Facebook sowie eine riesige Strafzahlung von rund 200 Milliarden Dollar, das sind etwa 173 Milliarden Euro. Diese Summe ergab sich, weil die Generalstaatsanwaltschaften für jeden betroffenen Jugendlichen im Land mehrere tausend Dollar Strafe forderten. In einem Gerichtsdokument hat Meta ursprünglich sogar angegeben, die Strafe könnte über eine Billion Dollar hinausgehen.

Die geforderten Beschränkungen betrafen unter anderem das Endlos-Scrollen, ständige Benachrichtigungen und das Zählen von "Gefällt mir"-Reaktionen. Die Kläger gingen damit gezielt gegen die Art, wie die Netzwerke funktionieren, vor – nicht gegen die Inhalte. Denn bei den Inhalten genießen die Netzwerke laut US-Recht weitgehenden Schutz. Die Anklage wollte eigentlich auch Meta-Chef Mark Zuckerberg befragen, daraus wird nun wohl nichts.

Mit einem Urteil der Richterin Yvonne Gonzalez Rogers wurde bisher Anfang Oktober gerechnet, nun dürfte der Vergleich den Prozess zum Platzen bringen. Ausgelöst wurde der Prozess durch die sogenannten Facebook Files, die die frühere Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen Ende 2021 veröffentlicht hat. Dabei handelt es sich um tausende Seiten aus einer internen Untersuchung zu den Auswirkungen der Meta-Netzwerke auf die seelische Gesundheit.

Obwohl dem Konzern laut diesen Unterlagen die schädlichen Folgen für Jugendliche bekannt waren, hat Meta in öffentlichen Stellungnahmen Bedenken und Warnungen zurückgewiesen. Nach diesen Enthüllungen starteten viele US-Bundesstaaten eine gemeinsame Untersuchung. Zwei Jahre später hatten rund 30 von ihnen Klage gegen Meta eingereicht. Vier davon führten nun stellvertretend einen Pilot-Prozess.

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