Völliger Umbruch

Erste Stadt zeigt, wie Österreich klimaneutral wird

Wie kann eine kleinere Stadt bis 2040 klimaneutral werden? Ein Projekt in Lienz soll dafür einen konkreten Weg zeigen.
Rene Findenig
26.08.2026, 14:08
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Klimaneutralität lässt sich nicht allein mit großen politischen Zielen erreichen. Die Stadt Lienz hat deshalb gemeinsam mit dem AIT Austrian Institute of Technology einen konkreten Fahrplan bis 2040 erarbeitet. Das Projekt soll zeigen, welche Schritte notwendig sind und wie sich deren Wirkung überprüfen lässt.

Am Beginn stand eine umfassende Energie- und Treibhausgasbilanz. Dafür wurden die Daten des Jahres 2023 ausgewertet. Erfasst wurde, in welchen Bereichen in Lienz Emissionen entstehen. Dazu zählen unter anderem Gebäude, Mobilität, Energieversorgung und Industrie.

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Auf Basis dieser Daten entwickelten die Projektpartner verschiedene Szenarien für die Entwicklung bis 2040. Eines davon bildet die weitere Entwicklung unter bereits vorgesehenen energiepolitischen Maßnahmen ab. Ein zweites Szenario richtet das städtische Energiesystem gezielt auf das Ziel der Klimaneutralität aus.

Damit soll sichtbar werden, welche Auswirkungen unterschiedliche Entscheidungen haben können. Gleichzeitig erhält die Stadt eine Grundlage, um Maßnahmen gezielt auszuwählen und ihre Fortschritte später zu überprüfen.

Stadt arbeitet mit lokalen Akteuren

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die Beteiligung verschiedener Gruppen aus Lienz. Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wurden in die Entwicklung einbezogen.

Der Ansatz soll sicherstellen, dass die geplanten Schritte nicht nur auf Berechnungen beruhen, sondern auch im Alltag der Stadt umsetzbar sind. Klimaneutralität wird dabei als langfristiger Prozess verstanden, bei dem unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden müssen.

Der fertige Fahrplan enthält einen Maßnahmenkatalog für die relevanten Bereiche. Zusätzlich wurde ein Konzept für ein Monitoringsystem entwickelt. Mithilfe von Kennzahlen soll die Stadt regelmäßig feststellen können, wie sich die einzelnen Maßnahmen auswirken und ob Anpassungen notwendig sind.

Modell für andere Gemeinden

Das Projekt in Lienz soll nicht auf die Osttiroler Stadt beschränkt bleiben. Nach Angaben des AIT wurde der Ansatz so entwickelt, dass er auch auf andere Gemeinden übertragen werden kann.

Entscheidend sind dabei drei Elemente: eine belastbare Datenbasis, konkrete Ziele und die Einbindung jener Menschen und Institutionen, die an der Umsetzung beteiligt sind. Gerade für kleinere Städte soll damit ein praktikabler Zugang zur Klimaneutralität entstehen. Für das gemeinsame Projekt wurden die Stadt Lienz und das AIT mit dem ÖGUT-Umweltpreis in der Kategorie "Nachhaltige Kommune" ausgezeichnet.

AIT zeigt weitere Forschungsprojekte

Das Lienz-Projekt ist Teil des AIT Impact Report 2026. Darin stellt das Austrian Institute of Technology rund 30 Projekte vor, bei denen Forschung gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand in konkrete Anwendungen überführt wurde.

Die Themen reichen laut AIT von der Digitalisierung industrieller Abläufe über Infrastruktur und Energie bis zu Gesundheit, Mobilität, Sicherheit und Kreislaufwirtschaft. Das Institut will damit zeigen, wie angewandte Forschung auf konkrete gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen reagieren kann.

Der Klimaneutralitätsfahrplan für Lienz ist dabei ein Beispiel für einen Ansatz, der nicht mit einem einzelnen Projekt endet. Die Stadt verfügt nun über eine Bilanz für 2023, Szenarien bis 2040, einen Maßnahmenkatalog und ein Konzept zur laufenden Kontrolle der Entwicklung.

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