Die klassische Kupferleitung hat bei der deutschen Telekom bald ausgedient. Der Konzern stellt rund 1,3 Millionen alte Telefonanschlüsse schrittweise auf moderne Technik um. An die Stelle der veralteten Leitungen tritt bei vielen Kunden eine neue Box namens "Call Connect via Funk", die Telefonate über das Mobilfunknetz abwickelt.
Die Umstellung betrifft hauptsächlich Menschen, die ihren Anschluss nur noch zum Telefonieren nutzen. Häufig handelt es sich um ältere Kunden mit reinen Analoganschlüssen. Die bisherige MSAN-POTS-Technik ist am Ende ihrer Lebenszeit angelangt, Ersatzteile sind kaum noch verfügbar.
Die neue Funk-Box kommt einfach in die Steckdose, das Telefon wird wie gewohnt angeschlossen, nach Angaben von "inside digital". Die Einrichtung dauert etwa 15 Minuten, ein Techniker ist nicht nötig. Die vertraute Festnetznummer bleibt erhalten, Anrufe laufen künftig über 4G/LTE.
Die Box kostet 3,95 Euro im Monat oder einmalig 99,99 Euro. Dazu kommen die Tarife: "Call Basic via Funk" bietet 120 Freiminuten für 22,95 Euro monatlich, "Call Comfort via Funk" eine Flatrate ins deutsche Festnetz für 32,45 Euro. Internet ist nicht enthalten.
Finanziell ergibt das wenig Sinn – ein DSL-Anschluss mit 16 Mbit/s und Telefon-Flatrate ist schon ab 20 Euro erhältlich. Handytarife mit Allnet-Flat gibt es sogar ab rund 5 Euro. Für Senioren, die kein Smartphone bedienen wollen, bleibt die Box aber eine praktische Lösung.
Die Telekom meldet sich bei betroffenen Kunden direkt. Aktiv werden muss niemand. Wichtig aber: Hängt am Anschluss ein Hausnotruf, eine Alarmanlage oder ein ähnliches Gerät, läuft das nicht automatisch weiter. Das muss mit dem jeweiligen Anbieter geklärt werden.
Ebenfalls zu bedenken: Bei einem Stromausfall funktioniert der neue Anschluss nicht mehr – anders als bei den alten analogen Leitungen. Der Stromverbrauch der Box liegt laut Telekom bei unter 2,2 Watt.