Kannibalen verzehrten Gehirne gegen Demenz

Mit einer alles andere als alltäglichen Medizin wollte man in Papua-Neuguinea der Demenz den Kampf ansagen. Wie Forscher herausgefunden haben wollen, aßen Stammesmitglieder das Hirn ihrer verstorbenen Verwandten.

Mit der ungewöhnlichen "Medizin" wollte man die "Kuru"-Krankheit - einer starken Form der Demenz, die insbesondere beim Fore-Stamm weit ausgeprägt ist - heilen. Das Ritual bewirkte allerdings zuerst das Gegenteil: Kuru breitete sich aus und raffte in den 50er Jahren rund 2 Prozent des Fore-Stamms dahin.
Forscher machten jetzt aber eine überraschende Entdeckung: Kannibalen wurden im Laufe der Zeit durch die Mutation eines Gens immun gegen Kuru.

Im "New England Journal of Medicine" wurden die erstaunlichen Ergebnisse veröffentlicht. Die Forscher sehen darin "ein Beispiel wie aus dem Lehrbuch, das zeigt, wie die Evolution vonstatten geht."
Kuru ist eng mit der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit verwandt und entspricht in etwa dem, was die "BSE"-Erkrankung im Reich der Tiere darstellt. Einmal damit infiziert stirbt man üblicherweise innerhalb eines Jahres.

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