Kanzler: "Nicht das Bedürfnis, mich zu entschuldigen"

Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) am Dienstag, 12. Oktober 2021, anlässlich einer Sondersitzung des Nationalrats in Wien.
Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) am Dienstag, 12. Oktober 2021, anlässlich einer Sondersitzung des Nationalrats in Wien.HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Bundeskanzler Alexander Schallenberg übt nur einen Hauch der Kritik an seinem Vorgänger Sebastian Kurz. Entschuldigen will er sich in der Causa nicht.

Interview-Marathon für Neo-Kanzler Alexander Schallenberg: Den Auftakt gab der ÖVP-Politiker am Mittwoch bei der "Bild", nun folgte ein Auftritt auf ATV und Minuten später auch auf Puls 4. Viele Antworten glichen sich dabei fast aufs Haar. Etwa jene auf die Frage, wie Schallenberg die bisher aufgetauchten Nachrichten im SMS-Skandal bewerte. "Das ist natürlich ein Umgangston, der einen stören kann", so Schallenberg auf ATV, immerhin waren "Arsch"- und "Weiber"-Texte hin- und hergeschickt worden.

Die Kritik des Kanzlers, auch an Sebastian Kurz, fiel aber sehr sanft aus: "Man darf aber auch nicht vergessen, dass das natürlich Nachrichten sind, die sozusagen privat gedacht waren, ähnlich wie ein Brief und da sollte man, bevor man moralisch urteilt, jeder für sich eine Gewissenserforschung betreiben, ob er noch nie im Leben bei einer hitzigen Verhandlung etwas geschrieben hat, was er so nicht gern in der Öffentlichkeit sähe."

"Ich sehe jetzt aus meiner persönlichen Warte als Bundeskanzler Alexander Schallenberg nicht das Bedürfnis, dass ich mich jetzt entschuldigen müsste"

Auf die Frage von ATV Aktuell, ob er die in der Anordnung zur Hausdurchsuchung aufgelisteten Chats schon gelesen habe, sagte Schallenberg: "Ich hab diese über 100 Seiten überflogen. Ich hatte in den letzten drei, vier Tagen nicht unglaublich viel Zeit. Aber ja ich hab sie überflogen." Und sich selbst nahm Schallenberg im SMS-Skandal aus der Schusslinie, eine Entschuldigung wie kürzlich von Bundespräsident Alexander Van der Bellen werde es von ihm vorerst nicht geben.

"Ich war nicht Teil dieser Chats, ich war nicht Teil dieser Prozesse. – Sebastian Kurz selber hat sich für die Chats auch entschuldigt, mehrere Male und ich glaube man muss auch sehr deutlich in der Debatte unterscheiden (…) Was sind die strafrechtlichen Vorwürfe, die im Raum stehen - wo ich auch schnelle Aufklärung baue und auf die Justiz - und was ist das andere sozusagen, was das Bild betrifft. Da müssen wir schon klar unterscheiden. Ich sehe jetzt aus meiner persönlichen Warte als Bundeskanzler Alexander Schallenberg nicht das Bedürfnis, dass ich mich jetzt entschuldigen müsste", so der Kanzler.

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