Viele Patienten verzweifeln. Sie brauchen einen Termin beim Internisten und müssen dann im Schnitt 65 Tage warten bis sie zum Arzt vorgelassen werden, das zeigt die neue Kassenarzt-Wartezeiten-Studie 2026. Die Lage hat sich verschlimmert: Das sind noch einmal zwei Tage mehr als 2025 und der höchste Wert, der in der Untersuchung bisher gemessen wurde.
Die Innere Medizin ist kein Einzelfall. In acht von 14 untersuchten Fachrichtungen wurden längere Wartezeiten als im Vorjahr festgestellt. Besonders kräftig ging es bei Kardiologen nach oben: Statt 33 sind es nun 45 Tage, also zwölf Tage mehr. Bei Neurologen stieg die Wartezeit um acht auf 50 Tage. Auch bei Pulmologie, Radiologie, Orthopädie, HNO und Pädiatrie dauert es länger.
Fast ebenso mühsam ist die Terminsuche in der Psychiatrie. Hier blieb der Wert zwar unverändert, liegt mit 61 Tagen aber weiterhin auf sehr hohem Niveau. Bei Dermatologen sind es 36 Tage, beim Hausarzt hingegen nur ein Tag. Schneller als 2025 geht es bei Gynäkologie mit 34, Urologie mit 39 und Augenärzten mit 46 Tagen. Doch auch dort wartet man weiterhin länger als einen Monat.
"Der Kassenarzt kostet kein Geld, er hat einen Wartepreis. Bezahlt wird er in Wochen. Wer die nicht hat, bezahlt den Termin im Wahlarztbereich in Euro – selbst oder finanziert über eine private Krankenversicherung.", sagt Studienleiter und Co-Gründer von krankenversichern.at Sebastian Arthofer.
Brisant sind auch die Unterschiede zwischen den Bundesländern. Über alle untersuchten Fachrichtungen hinweg beträgt der Median österreichweit 34 Tage. Am schnellsten kommen Patienten laut Studie in Wien mit 22 Tagen dran. Ganz anders sieht es im Burgenland aus: Dort sind es 53 Tage. Vorarlberg folgt mit 46 Tagen.
Bei einzelnen Fachrichtungen geht die Geduldprobe noch deutlich länger. Wer in der Steiermark einen Kassentermin beim Urologen bekommt, wartet laut Erhebung 88 Tage. In Oberösterreich sind es bei der Inneren Medizin 78 Tage. Und selbst Spitzenreiter Wien hat einen Problemfall: Auf einen Termin in der Psychiatrie wartet man dort 64 Tage.
Die Zahlen stammen aus 1.601 ausgewerteten Terminanfragen bei Kassenordinationen in allen neun Bundesländern. Akutfälle waren nicht Teil der Erhebung, urlaubsbedingte Ordinationsschließungen wurden nicht eingerechnet. Laut einer weiteren Erhebung nimmt rund ein Drittel der Kassenordinationen derzeit keine neuen Patienten auf.