Die Ermittlungen nach dem Tod einer 39-jährigen Frau in Marchtrenk im Bezirk Wels-Land weiten sich aus. Im Zentrum steht weiterhin ihr 51-jähriger Ehemann. Die Ermittler untersuchen nun auch, ob es bereits vor der tödlichen Tat zu weiteren sexuellen Übergriffen gekommen sein könnte.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft starb die Frau an schweren Verletzungen infolge eines sexuellen Missbrauchs. Die Behörde bezeichnet die Causa angesichts der Grausamkeit als "noch nie dagewesenen Fall".
Als Hauptverdächtiger gilt der Ehemann. Er soll die Tat unmittelbar danach gegenüber der Polizei eingeräumt haben.
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand soll der 51-Jährige seine Frau am Tattag in einen Zustand versetzt haben, in dem sie nicht mehr handlungsfähig war.
Eine wichtige Rolle spielen dabei Nachrichten zwischen dem Ehemann und einem ebenfalls 51 Jahre alten Bekannten. Dieser soll Alkohol geliefert und Informationen darüber bekommen haben, in welchem Zustand sich die Frau befand.
Der Bekannte soll die 39-Jährige laut Ermittlern bereits vor der tödlichen Tat gemeinsam mit ihrem Ehemann missbraucht haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der Mann geständig und reumütig. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm fünf bis 15 Jahre Haft.
Die Ermittlungen richten sich zudem gegen einen weiteren Mann. Dieser hätte die Frau laut Staatsanwaltschaft am Tattag ebenfalls missbrauchen sollen, sei jedoch kurzfristig wieder ausgeladen worden. Er befindet sich auf freiem Fuß.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Ob es in der Vergangenheit noch weitere Taten gegeben haben könnte, soll nun unter anderem die Auswertung von Handydaten klären. Die Polizei untersucht sowohl bestehende als auch gelöschte Chatverläufe des Verdächtigen.
Die forensische Auswertung der Daten könnte noch längere Zeit in Anspruch nehmen.
Die Ermittler gehen noch einem weiteren Verdacht nach. Geprüft wird, ob der Ehemann Geld für sexuelle Übergriffe auf seine Frau verlangt haben könnte. Grundlage dafür ist eine Zeugenaussage. Dabei soll von Beträgen bis zu 500 Euro die Rede gewesen sein.
Die Leiterin des Frauenhauses Linz, Karin Raab, sieht in dem Fall auch mögliche gesellschaftliche Einflüsse. "Ich denke, es sind sehr viele frauenfeindliche Tendenzen in den sozialen Medien", sagte Raab gegenüber "ORF Oberösterreich".
Sie spricht von "Entmenschlichung der Frau". Bei derartigen Entwicklungen müsse man "sehr, sehr gut hinschauen", heißt es im ORF-Bericht weiter.
Ob die Auswertung der Chats Hinweise auf weitere mögliche Taten liefert, ist derzeit offen. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.