Iron-Dome-Produktion gestoppt

Katar blockiert VW-Deal mit Israel

Der katarische Staatsfonds hat als VW-Großaktionär einen geplanten Rüstungsdeal mit Israel verhindert. Wie es nun weitergeht.
Team Wirtschaft
14.07.2026, 16:37
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein bedeutender Rüstungsauftrag für Volkswagen ist geplatzt: Der katarische Staatsfonds, drittgrößter Anteilseigner bei VW, hat einen geplanten Kooperationsvertrag mit dem israelischen Unternehmen Rafael Advanced Defense System blockiert.

Rafael wollte im deutschen VW-Werk Osnabrück Komponenten für das Raketenabwehrsystem Iron Dome produzieren lassen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Das VW-Werk in Osnabrück beschäftigt rund 2.300 Mitarbeitende. Die aktuelle Fertigungslinie läuft 2027 aus, und die Zukunft des Standorts ist ungewiss.

Für Volkswagen wäre der Auftrag ein Hoffnungsschimmer gewesen, da der Konzern derzeit in einer schweren Absatzkrise steckt und massive Sparmaßnahmen plant – bis zu 120.000 Jobs und vier Werke stehen zur Disposition, auch die spanische Tochter Seat könnte betroffen sein.

Wie 20min unter Berufung auf die „Bild“-Zeitung berichtet, legte der katarische Staatsfonds Qatar Investment Authority ein Veto gegen die Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern ein.

Katar hält 17 Prozent der Stimmrechte und 10,4 Prozent des gesamten VW-Aktienkapitals. Im VW-Aufsichtsrat sitzen der CEO der Qatar Investment Authority sowie zwei ehemalige katarische Regierungsmitglieder, die bei zentralen Entscheidungen mitbestimmen.

Rafael plant Standort in Indien

Nach dem geplatzten Deal prüft Rafael nun den Aufbau einer Produktionslinie für Iron-Dome-Komponenten in Indien. Damit wäre Indien das erste asiatische Land außerhalb Israels, das solche Raketen fertigt. Bereits zuvor hat Rafael die Produktion in den USA ausgebaut.

Laut „Bild“ sind die Arbeitsplätze im Werk Osnabrück durch das Aus für das Rüstungsprojekt gefährdet. Bislang war der Standort nicht unter jenen vier VW-Werken, die von den Sparmaßnahmen am stärksten betroffen sein sollten. Aktuell produziert das Werk vor allem das T-Roc Cabriolet, dessen Fertigung aber ebenfalls 2027 endet.

Suche nach Alternativen für Osnabrück

Ein VW-Sprecher erklärte gegenüber der Zeitung, dass Volkswagen Perspektiven für Osnabrück über das Jahr 2027 hinaus prüfe und Gespräche mit Unternehmen aus der Waffenindustrie führe. Ob und wie es am Standort weitergeht, ist derzeit offen.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } 14.07.2026, 16:37
Jetzt E-Paper lesen