Der Urlaub in Ägypten wird für mehrere Österreicher zur nervenaufreibenden Geduldsprobe. Eigentlich hätten dutzende Urlauber bereits Sonntagvormittag wieder in Wien sein sollen. Doch ihr Flug wurde immer wieder verschoben und schließlich gestrichen. Mittlerweile verspätet sich der Heimflug um mindestens 32 Stunden – "Heute" berichtete.
Eine zusätzliche Hotelnacht, Transfers und Verpflegung mussten drei Österreicher nach eigenen Angaben selbst organisieren und bezahlen. Am Montag saßen sie erneut stundenlang am Flughafen Hurghada fest – zeitweise sogar ohne Zugang zu Trinkwasser.
Sieben Nächte Ägypten, Sonne und Erholung – so war die Pauschalreise von drei Österreichern geplant. Insgesamt 3.285 Euro bezahlten Leser Martin und zwei weitere Urlauber nach eigenen Angaben für ihren Urlaub. Doch ausgerechnet die Heimreise entwickelt sich zum Albtraum.
Der AlMasria-Flug von Hurghada nach Wien hätte bereits am Sonntag um 8 Uhr starten sollen. Seitdem habe man den Passagieren immer wieder neue Abflugzeiten genannt. Irgendwann war endgültig klar: Am Sonntag geht es nicht mehr nach Hause. Der Flug wurde nach Angaben der Urlauber gestrichen und auf Montag verschoben.
Damit begann für die drei Österreicher rund um Leser Martin das nächste Problem. Denn eine Unterkunft sei ihnen nicht zur Verfügung gestellt worden. "Die zusätzliche Hotelnacht mussten wir selbst bezahlen – 350 US-Dollar für zwei Zimmer", schildert Martin gegenüber "Heute".
Rund 300 Euro zahlte das Trio, doch auch damit war es nicht getan. Die Transfers vom Flughafen zurück ins Hotel sowie am nächsten Morgen wieder zum Airport mussten sie ebenfalls selbst organisieren und bezahlen. Dabei handelt es sich laut den Betroffenen um eine Pauschalreise.
Am Montagmorgen ging die Odyssee weiter. Seit 6.45 Uhr befinden sich die Österreicher wieder am Flughafen Hurghada. Zunächst habe es geheißen, dass der Heimflug um 10 Uhr Richtung Wien abheben soll. Doch auch daraus wurde nichts. Der Flug wurde erneut nach hinten verschoben. Mittlerweile werden den Reisenden ein Abflug gegen 16 Uhr in Aussicht gestellt.
Sollte die Maschine tatsächlich um 16 Uhr starten, wären seit dem ursprünglich geplanten Abflug am Sonntagmorgen bereits rund 32 Stunden vergangen. Ob es dieses Mal tatsächlich losgeht, wissen die Passagiere nicht.
Besonders empört sind die Urlauber über die Betreuung während der stundenlangen Wartezeit. "Wir alle sitzen hier vor der Sicherheitsschleuse, also ohne Zugang zu Restaurants, Trinkwasser etc.", berichtet eine betroffene Familie.
Der Check-in sollte zunächst erst gegen Mittag öffnen. Damit konnten die Passagiere nach eigenen Angaben auch nicht in den eigentlichen Abflugbereich gelangen, in dem sich Restaurants und Geschäfte befinden. Trotz ausdrücklicher Aufforderung an die Reiseleitung habe man bislang weder Wasser noch Essen oder Verpflegungsgutscheine bekommen, schildern die Urlauber.
"Von der Airline oder den Veranstaltern kümmert sich absolut niemand um uns, es ist niemand erreichbar oder gar vor Ort", lautet der Vorwurf. Auch auf Anfrage von "Heute" gab es von der zuständigen Fluglinie AlMasria Universal Airlines bislang keine Antwort.
Gegen 10 Uhr sei die Situation dann noch unangenehmer geworden. Flughafenmitarbeiter hätten die wartenden Passagiere laut den Österreichern aufgefordert, den Airport zu verlassen.
"Flughafenpersonal wollte uns gegen 10 Uhr aus dem Flughafen werfen, 'weil wir hier nicht warten dürfen'", erzählt die Familie. "Erst nach mehrmaligem Hinweis, dass wir keinerlei Möglichkeit haben, wo wir hingehen könnten und ansonsten in der brütenden Hitze stehen müssten, haben sie nachgegeben", so Michael.
Die Reisenden durften demnach bleiben. An ihrer Versorgung habe sich dadurch allerdings nichts geändert. "Das Unfassbare ist die Tatsache, dass wir ohne elementare Grundversorgung wie Trinkwasser hier ausharren müssen und kein Ansprechpartner vor Ort ist", kritisieren die Betroffenen. Auch die hygienischen Zustände der für sie zugänglichen Toiletten seien aus Sicht der Reisenden "katastrophal".
Mittlerweile gibt es zumindest einen möglichen Hinweis darauf, warum der Flug derart massiv verspätet ist.
Ein Reiseleiter habe einem der Urlauber am Montag telefonisch mitgeteilt, dass offenbar technische Probleme mit einem Flugzeug hinter dem Chaos stecken würden. Eine schriftliche Bestätigung dafür hätten die Passagiere trotz Nachfrage allerdings nicht erhalten. Die genaue Ursache ist daher vorerst nicht unabhängig bestätigt.