Die Torhüterfrage ist bei Rapid in dieser Saison ein ständiges Thema. Weil Stammkeeper Niklas Hedl nicht immer sattelfest wirkte, zog der damalige Trainer Peter Stöger Ende Oktober die Reißleine. Seitdem steht Paul Gartler im Tor – der 28-Jährige startete stark, konnte zuletzt aber ebenfalls nicht durchgehend überzeugen.
Auch nach dem Wechsel auf Interimscoach Stefan Kulovits blieb Gartler vorerst die Nummer eins. Gegen den LASK und am Samstag gegen Ried bekam er erneut das Vertrauen. Ausgerechnet in dieser Partie wurde er jedoch zur Schlüsselfigur – im negativen Sinn.
Beim 1:2 gegen die Innviertler verursachte Gartler den entscheidenden Elfmeter. Vorausgegangen war eine missglückte Klärung von Nenad Cvetkovic gegen Ried-Joker Joris Bogou. Gartler eilte heraus, kam einen Tick zu spät und räumte Bogou ab. "Nenad versucht an den Ball zu kommen, klärt ihn in die Höhe. Ich denke, dass ich hinkomme, komme ein Eitzerl zu spät. Der Ried-Spieler spielt den Ball mit dem Kopf und dann ist es ein klarer Elfmeter", schilderte der Goalie die Szene.
Kulovits kündigte danach eine interne Aufarbeitung an – und ließ offen, ob sich im Tor noch etwas ändern könnte. "Wir werden uns zusammensetzen und das analysieren", sagte der Rapid-Coach. Den Elfer selbst wollte er Gartler aber nicht allein anlasten: "Pauli will alles noch retten. Es ist ein bisschen in die Hose gegangen. Ich mache ihm da keinen Vorwurf, weil wir es vorher zweimal ganz klar klären hätten können. Das spricht für die Situation, in der wir uns gerade befinden. Da werden teilweise falsche Entscheidungen getroffen – hinten und vorne."