Die politische Sensation in Budapest könnte auch Auswirkungen auf den Eurovision Song Contest haben. Mit dem Sieg von Peter Magyar (45) und seiner Mitte-Rechts-Partei Tisza endet die 16-jährige Ära von Viktor Orban. Der 45-jährige Magyar steht für einen anderen Kurs: pro-europäisch und offener.
Seit 2019 nahm Ungarn nicht mehr am ESC teil, etwas, das sich nun ändern könnte. Wie "esc-kompakt" berichtet, hat sich Magyar bereits klar für eine ESC-Teilnahme ausgesprochen. Entscheidend sei jedoch, ob der politische Wandel auch den Sender MTVA erreicht, der für den ESC zuständig ist und bisher eng mit dem alten Regierungslager verbunden war.
Ein Comeback noch heuer ist aber ausgeschlossen, der Wettbewerb findet bereits in einem Monat in Wien statt. Eine Rückkehr ab 2027 wäre daher eher realistisch.
Obwohl auch Magyar als rechtskonservativ gilt, könnte eine ESC-Teilnahme ein bewusstes Signal sein. Der Wettbewerb mit seiner starken LGBTQ+-Sichtbarkeit und seinem europäischen Selbstverständnis wäre ein niederschwelliger Hebel mit großer symbolischer Wirkung.
Viel wird davon abhängen, ob der neue Premier den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren kann. Ohne strukturelle Änderungen beim Sender MTVA bleibe eine Rückkehr aber eher unwahrscheinlich, so die Einschätzung von Beobachtern.