Julian Hettwer, Ibrahim Buhari, Jonas Feddersen – die Wiener haben sich im laufenden Transfer-Sommer punktuell verstärkt, holten den flinken Hettwer für den Flügel und die beiden Innenverteidiger, um die Defensive zu stärken. Davon abgesehen setzen die Veilchen auf Eigenbauspieler, auf Talente. Und mit den Abgängen von Ifeanyi Ndukwe, Abubakr Barry und Konstantin Aleksa haben die Wiener durchaus Transfererlöse im Millionen-Bereich eingefahren.
Doch weitere Zugänge wird es vorerst nicht geben, wie Sport-Boss Zorn erklärte. Das finanzielle Korsett der weiterhin hoch verschuldeten Wiener gibt einfach keinen Spielraum her. "Wir sind in der Lage, dass wir definitiv noch Einnahmen generieren müssen auf der Verkaufsseite. Wann und ob die passieren, steht noch infrage", meinte Austrias Sport-Vorstand, erklärte damit, dass noch Spieler veräußert werden müssen. Hier wird etwa der südkoreanische Teamspieler und WM-Fahrer Taeseok Lee auf der linken Abwehrseite genannt. Der HSV hatte zuletzt Interesse gezeigt.
Ob im Falle eines Abgangs noch einmal darauf reagiert werde, hänge von der Situation auf dem Spielermarkt ab, meinte Zorn. Gleichzeitig zeichnete Austrias Sport-Vorstand ein düsteres Bild. "Auf der Zugangsseite sind wir so aufgestellt, dass wir wirtschaftlich nicht viel machen können. Wir sind nicht handlungsfähig genug, um Verstärkungen dazuholen zu können", meinte Zorn, der "die eine oder andere Position" sieht, wo es gerade "für die Kaderbreite" noch Zugänge brauchen könnte.
Man müsse nun "schauen, was auf der Abgabenseite passiert. Es ist aber noch überschaubar, dass in den nächsten Tagen etwas passiert", ließ der Sport-Vorstand durchklingen, dass zumindest keine äußerst konkreten Angebote auf dem Tisch liegen.
Gerade aufgrund der Dreifachbelastung mit ÖFB-Cup, Conference-League-Qualifikation und Bundesliga haben in den ersten vier Spielen der neuen Saison bereits viele, vor allem auch junge Spieler, ihre Chance bekommen. Mit den Zugängen Buhari, Feddersen und Hettwer zeigte sich Zorn derweil "sehr zufrieden. Wir wussten, wen wir dazuholen, wir wussten um die Qualitäten der Spieler."
Innenverteidiger Buhari "braucht noch Zeit", der talentierte Feddersen, der von Borussia Dortmund II kam, "hat die Schritte schneller gemacht, als wir erwartet haben, hat die Spiele sehr überzeugend gemacht". Gleichzeitig meinte Zorn: "Die Spieler aus den eigenen Reihen zähle ich wie Neuzugänge: Hasan Deshishku, Daniel Nnodim, Valentin Töifl. Mit den Jungs bin ich zufrieden."