Kein Gespräch: Airbus lässt Tanner abblitzen

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner wollte mit Airbus sprechen. Der Eurofighter-Konzern lässt sich allerdings eiskalt abblitzen.
Der Eurofighter-Konzern Airbus will nicht mit Verteidigungsminister Klaudia Tanner (ÖVP) sprechen. Man stehe "für ein Gespräch in geschildertem Format nicht zur Verfügung", heißt es.

Tanner will Geld zurück

Das offizielle Österreich hat in den letzten Tagen in der Causa Eurofighter ordentlich den Druck erhöht. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) fordert nach dem Geständnis des Konzern in den USA Geld zurück und droht mit Vertragsausstieg: "Die werden mich noch kennenlernen", sagte sie angriffslustig. In einer Diskussion am Sonntag in der ORF-Sendung "Im Zentrum" ging es ebenfalls um die Causa.

Doch so richtig kennenlernen werden sich Airbus und Tanner wohl nicht so schnell. Denn was man damals noch nicht wusste: Schon am Freitag davor lehnte der Konzern Tanners Gesprächsangebot ab.

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Kein Gespräch

Am 14. Februar soll der Jet-Hersteller das Gespräch schriftlich verweigert haben: "Für ein Gespräch in Wien in dem in der gestrigen Pressekonferenz geschilderten Format stehen wir nicht zur Verfügung", schrieb der Corporate Secretary von Airbus an Tanners Generalsekretär Dieter Kandlhofer.

Das "geschilderte Format", das Airbus meint, hatte Tanner in einer Pressekonferenz am Vortag skizziert. Sie wollte die Finanzprokuratur und die Wehrsprecher aller Parlamentsparteien bei dem Gespräch mit Airbus dabeihaben.

Der Konzern hatte stattdessen ein Treffen zwischen dem CEO Dirk Hoke und Tanner alleine am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz am vergangenen Wochenende vorgeschlagen. Diese besuchte Tanner allerdings nicht, weil sie sich stattdessen mit hochrangigen Militärs und der Finanzprokuratur beriet.

Keine Wiedergutmachung

Und es kommt noch dicker: Airbus, so steht es in den Absage-Mails, will nicht nur nicht reden - sondern auch nicht zahlen. Man sei nicht bereit, über "Schadenersatz oder eine Aufhebung bzw. Rückabwicklung des Liefervertrages" zu sprechen. Denn: "Beide Forderungen entbehren jeder rechtlichen Grundlage, werden deshalb entschieden zurückgewiesen und auch nicht diskutiert."

Geständnis in den USA

Warum will Tanner eigentlich Geld zurück? Die Forderung geht auf ein Geständnis des Konzerns in den USA zurück. In einem dortigen Gerichtsprozess gab Airbus zu, 55,1 Millionen Euro Bestechungsgeld an 13 Personen in Österreich gezahlt zu haben.

Die Verteidigungsministerin verlangt von Airbus außerdem die Herausgabe jener 14 Namen, die vom Konzern Geld erhalten haben sollen.

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