Wien

Kein Hitzefrei – Wiener Bauarbeiter erleidet Herzinfark

Trotz großer Hitze musste ein Wiener auf einer Baustelle weiterarbeiten. Eine Not-OP rettete dem Mann das Leben. Nun soll eine Hitze-App vorbeugen.

Christian Tomsits
Auf einer Wiener Baustelle kam es zu dem Vorfall. (Symbolbild)
Auf einer Wiener Baustelle kam es zu dem Vorfall. (Symbolbild)
ALEX HALADA / picturedesk.com

Er musste in der größten Hitze hackeln: Bauarbeiter Milan Z. (39) ging es an einem Tag mit fast 40 Grad extrem schlecht. Der Bauleiter meinte trotzdem, er soll sich nicht so anstellen und müsse weiterarbeiten. "Ich sagte ihm, dass ich große Schmerzen hatte", erzählte der 39-Jährige gegenüber "Heute". Wenig später konnte der Mann nicht mehr und fuhr mit den Öffis in ein Spital. Dort bekam er die Diagnose: Herzinfarkt.

In einer Not-OP musste ein Herzkatheter gesetzt werden, der Wiener überlebte die Strapazen. Wenige Wochen später arbeitete er bereits weiter. "Ich bin gerade noch mal davongekommen, aber nächstes Mal verstirbt vielleicht wirklich jemand. Die Chefitäten sitzen in den klimatisierten Büros und scheren sich nicht um die Bauarbeiter, sondern lassen sie auch bei der größten Hitze weiterarbeiten. Ich will nicht, dass anderen Kollegen das Gleiche passiert wie mir oder noch Schlimmeres", so Milan Z.

Nicht erst nach diesen Erfahrungen im vergangenen Jahr und angesichts der extremen Hitzewelle in dieser Woche fordert die Arbeiterkammer einmal mehr eine gesetzliche Regelung für Hitzefrei am Bau.

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    UWZ

    AK entwickelt Hitze-App

    Bisher ist es so, dass der Arbeitgeber Hitzefrei anordnen muss und kein Rechtsanspruch besteht. "Wir fordern Schluss mit lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen am Bau!", so die AK, die nun eine App entwickelt hat. Die in Kooperation mit der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) und GLOBAL 2000 entwickelte Applikation gibt Bauarbeitern Bescheid, sobald 32,5 Grad Celsius erreicht sind und somit die Möglichkeit besteht, Hitzefrei zu gewähren.

    Die App richtet sich automatisch nach der nächstgelegenen Messstelle der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Bis dato hatten dazu nur Arbeitgeber Zugang, was große Unsicherheit und Diskussionen unter den Beschäftigten verursachte. Dank der "Hitze-App" ist das nun anders.

    Bei extremer Hitze geht der Alarm

    "Bei 32,5 Grad meldet sich das Telefon lautstark, und jeder weiß, ich kann zu meinem Vorgesetzten gehen und sagen: 'Du, Chef, wir haben die 32,5 erreicht. Ab jetzt zahlt dir die Urlaubskasse das Entgelt für diese wenigen Stunden hitzefrei zurück'", so Josef Muchitsch von der steirischer Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau Holz. Meistens gehe es dabei um ein bis drei Hitzestunden, so Muchitsch, für die die Arbeiter 60 Prozent bezahlt bekommen.

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      picturedesk.com; "Heute"-Montage