Bielsa trägt den Spitznamen "El Loco" ("Der Verrückte"). Und der kommt nicht von ungefähr. Trainer-Ikonen wie Pep Guardiola oder Mauricio Pochettino verehren ihn. Der gebürtige Argentinier, der bereits die Nationalmannschaft seines Heimatlandes (1998 bis 2004) und von Chile (2007 bis 2011) betreute, gilt als absolut Fußball-besessen. Als ausgewiesener Taktik-Fuchs, der immer wieder zu ungewöhnlichen Methoden greift.
Das zeigte sich zuletzt auch bei der Fußball-WM in den USA, in Kanada und Mexiko, wo Bielsa das Nationalteam Uruguays anführt, seit 2023 im Amt ist. Der Kult-Coach weigerte sich nämlich, beim offiziellen Fotoshooting aller Spieler und Trainer, für die Kamera zu posieren und sein bestes Lächeln zu zeigen.
Trotzdem lud der Fußball-Weltverband auf seiner Homepage ein Foto von "El Loco" hoch – auf diesem schaut der Kult-Trainer etwas genervt auf den Boden. Das Fotoshooting war offensichtlich nicht die Lieblingsbeschäftigung des kultigen Trainers.
Als der 70-Jährige auf den Schnappschuss angesprochen wurde, antwortete Bielsa mit wenig Verständnis: "Ich muss keine Erklärung abgeben. Das Foto wurde so aufgenommen, wie es aufgenommen wurde. Ich bin kein Model. Darauf habe ich keine Antwort."
Das Foto kam dann ein weiteres Mal zur Sprache und Bielsa reagierte ebenso ohne Verständnis. "Ich glaube, es gibt eine Grenze dafür, was wir erklären müssen. Manche Situationen bedürfen keiner Erklärung. Wir sind nicht verpflichtet, uns vorbildlich zu verhalten. Diese Vorwürfe entbehren jeder Grundlage. Ich habe nichts falsch gemacht", so Bielsa genervt. Er meinte damit, es sei seine Sache, wie er auf dem Foto ausschauen wolle.
Zum Auftakt der WM mussten sich die "Urus" mit einem 1:1-Remis gegen Saudi-Arabien begnügen. Am Montag steigt nun das Duell gegen Außenseiter Kap Verde.