Wintersport

Kein neuer Hirscher! Ski-Ikone warnt vor ÖSV-Zukunft

Doppel-Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister macht sich Sorgen um die Zukunft des Skisports in Österreich.
Phillip Platzer
26.12.2020, 14:00

2006 ließ die heute 47-Jährige die Skination mit Doppelgold in Abfahrt und Super-G bei den Olympischen Spielen in Turin jubeln. Diese Zeiten sind laut Michaela Dorfmeister aber vorbei.

Erstmals seit 1986 gab es in den ersten 20 Weltcuprennen der Saison keinen rot-weiß-roten Sieg: "Die Masse und die Dichte, dass aus einem Jahrgang vier oder fünf Siegläufer hervorgehen, können wir uns abschminken", warnt Dorfmeister bei der APA.

Laut der Niederösterreicherin gibt es immer weniger Kinder und Jugendliche, die in ein professionelles Ski-Training investieren. Auch Corona könnte einige "leere Jahrgänge" hervorbringen.

"Skifahren war immer schon ein brutaler Sport. Nicht lustig, wenn du ihn professionell betreibst. Aufwendig, teuer, man hat keine Freizeit, kaum eine Gaude. Die drei Hauptthemen sind Trainieren, Essen, Schlafen und dann wieder Trainieren. Das tut sich die Jugend heute leider nicht mehr an", erklärt die 25-fache Weltcupsiegerin.

Ein neuer Hirscher ist nicht in Sicht: "Da braucht es schon extreme Individualisten und Fanaten. Aber die Eltern, die mit ihren Kindern durch ganz Österreich fahren, kannst du an einer Hand abzählen. Die Bevölkerung ist bequem geworden."

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