Noch bevor der Pilotversuch der Asfinag beginnt, wächst in Golling die Kritik. An den kommenden Reisesamstagen werden die Autobahnabfahrten Golling und Kuchl zwischen 6 und 16 Uhr gesperrt. Wer in die Orte möchte, muss bereits in Hallein von der A10 abfahren.
Vor allem Betriebe sehen die Maßnahme mit Sorge. Haubenkoch Andreas Döllerer berichtet bereits von finanziellen Einbußen.
"Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür", sagt Döllerer im Gespräch mit den "Salzburger Nachrichten". Seit Bekanntwerden der Sperren habe es bereits "Stornierungen von mehreren Tausend Euro" gegeben.
Zusätzliche Verwirrung hätten laut dem Spitzenkoch falsche Informationen ausgelöst. Demnach sei fälschlicherweise behauptet worden, die Abfahrt Golling werde auch am 8. und 15. August gesperrt. Tatsächlich betrifft das nur Kuchl. In Golling ist an diesen Tagen lediglich die Auffahrt Richtung Salzburg und Villach gesperrt.
Nach den Belastungen durch die Tunnelbaustellen der vergangenen beiden Jahre sei die Geduld vieler Betriebe erschöpft. "Wir können uns solche Experimente einfach nicht mehr leisten", stellt der Haubenkoch in den "SN" unmissverständlich klar.
Auch Tankstellenbetreiber Josef Hettegger sieht erhebliche Probleme. Er befürchtet längere Anfahrtswege für Lkw und sorgt sich um die Verkehrslage in Hallein. "Wir kennen alle diese drei Kreisverkehre nach der Autobahnabfahrt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die den ganzen Verkehr aufnehmen können", erklärt er gegenüber den "Salzburger Nachrichten".
Auch Urlauber könnten die neue Verkehrsführung leicht übersehen. "Ich finde die Regelung nicht gut."
Auch Halleins Bürgermeister Alexander Stangassinger warnt gegenüber den "Salzburger Nachrichten" vor einem Verkehrschaos. Sollte der Verkehr in der Stadt zusammenbrechen, erwartet er eine rasche Reaktion der Asfinag.
Dort versichert man, die Situation genau zu beobachten. "Wir werden den Verkehr am Samstag intensiv überwachen. Wenn es nötig ist, können wir reagieren und die Sperren in Kuchl und Golling aufheben", sagt Michael Schneider, Leiter der Abteilung für Verkehrs- und Netzmanagement, in den "SN".
Laut dem Büro von Verkehrslandesrat Stefan Schnöll wird die Abfahrt Hallein zudem von Wachdienst und Polizei überwacht.
Während in Golling große Skepsis herrscht, blickt man in Kuchl dem Pilotversuch gelassener entgegen. Vizebürgermeisterin Carmen Kiefer verweist darauf, dass bisherige Maßnahmen den Verkehr ebenfalls nicht in den Griff bekommen hätten.