Kurioser Gegner im ÖFB-Cup

Keine Heimstätte, kaum Spieler – jetzt wartet Altach

Altach trifft im Cup auf einen Gegner, der keinen eigenen Platz hat, kaum noch Spieler – und seit zwei Monaten kein Pflichtspiel bestritten hat.
Sport Heute
04.09.2026, 17:44
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Wenn Altach am Freitag (18.30 Uhr) in der zweiten Runde des ÖFB-Cups den SK Bischofshofen empfängt, sind die Rollen klar verteilt. Der Bundesligist ist gegen den Salzburger Klub haushoher Favorit. Doch hinter der Partie steckt eine Geschichte, die mit normalem Fußball-Alltag nur noch wenig zu tun hat.

Bischofshofen befindet sich seit Monaten in einer Ausnahmesituation. Seit 1. Juli hat der Verein keine eigene Spielstätte mehr. Deshalb findet das Cup-Spiel auch nicht wie für den unterklassigen Klub üblich zu Hause statt. Stattdessen muss der BSK nach Vorarlberg reisen und in der Cashpoint-Arena gegen Altach antreten.

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Für den bisherigen BSK sind die Konsequenzen drastisch. Ohne geeignete Spielstätte erhielt der Verein keine Zulassung für die Regionalliga Nord. Aufgrund des sechsten Platzes in der vergangenen Regionalliga-West-Saison wurde Bischofshofen vom Salzburger Fußballverband dennoch für den ÖFB-Cup genannt. Und dort gelang tatsächlich eine Überraschung. In der ersten Runde schaltete der BSK Union Dietach aus – obwohl bereits damals der Kader äußerst dünn war.

Seitdem soll sich die Situation noch weiter verschärft haben. Weitere Spieler sollen den Verein verlassen haben. Wie viele Akteure am Freitag überhaupt die Reise nach Vorarlberg antreten können, ist unklar. Besonders kurios: Seit dem Cup-Erfolg gegen Dietach hat Bischofshofen kein einziges Pflichtspiel mehr absolviert.

Streit um eigenen Sportplatz

Hinter dem ungewöhnlichen Fall steckt ein Konflikt mit der Gemeinde. Bereits im Frühjahr 2025 wurde beschlossen, die Nutzungsvereinbarung für die bisherige Spielstätte mit Ende Juni 2026 zu beenden.

Eine Rolle soll dabei Patrick Reiter spielen. Er bekleidet zwar keine offizielle Funktion beim Verein, verfügt aber über eine Generalvollmacht und hat dadurch großen Einfluss. Auch die Nachwuchsarbeit und die hohe Zahl an Legionären sollen bei der Gemeinde für Unmut gesorgt haben.

Der BSK wollte die Entscheidung nicht akzeptieren und zog vor Gericht. Nachdem der Verein auch in zweiter Instanz keinen Erfolg hatte, beschäftigt sich nun der Rechtsmittelsenat des ÖFB mit dem Fall. Eine endgültige Entscheidung gibt es noch nicht.

Plötzlich übernimmt der Skiklub

Während der BSK um seine Zukunft kämpft, nahm die Fußball-Geschichte in Bischofshofen eine kuriose Wendung. Ausgerechnet der örtliche Skiklub bewarb sich um die Nutzung des Sportplatzes.

Mit Erfolg: In einer geheimen Abstimmung der Gemeindevertretung setzte er sich mit 20 zu drei Stimmen durch. Daraufhin wurde unter dem Dach des Skiklubs eine eigene Fußballsektion gegründet. Innerhalb weniger Wochen entstand eine neue Mannschaft, die nun ganz unten in der 2. Klasse antritt.

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