In Europas Top-Ligen ist das Transferfenster bereits geschlossen – und Österreichs Nationalteam-Kapitän David Alaba steht immer noch ohne Arbeitgeber da. Doch das könnte sich schon bald ändern. Der Innenverteidiger steht vor einem Transfer zu einem Verein, bei dem der Haussegen schief hängt – und sich zuletzt immer mehr zum Problem-Fall entwickelt hat.
Nach Informationen der italienischen Zeitung "Il Messaggero" beschäftigt sich Lazio Rom mit Alaba. Italienische Medien berichten übereinstimmend, dass der ehemalige Bayern- und Real-Star auf der Wunschliste der Italiener steht.
Für Alaba wäre es nach München und Madrid die nächste große Metropole in Europa. Doch bei seinem möglichen neuen Arbeitgeber läuft derzeit kaum etwas, wie es soll. Lazio hat sich zuletzt zu einem echten Problemfall entwickelt.
Zwischen Präsident Claudio Lotito und großen Teilen der eigenen Anhängerschaft herrscht seit Monaten ein offener Konflikt. Ultras boykottieren deshalb geschlossen die Heimspiele – die Transferpolitik des seit 2004 regierenden Klubbosses gefällt den Anhängern nicht.
Und: Das Ausmaß des Protests ist enorm. In der vergangenen Saison hatte Lazio noch 29.918 Dauerkarten verkauft. Für 2026/27 waren es zuletzt nur rund 4.000 – ein historischer Einbruch. Der Grund: Rund 90 Prozent der Dauerkarten-Besitzer haben ihre Abonnements zurückgelegt. So kamen zu den ersten beiden Saisonspielen nur 5.000 Zuschauer ins 70.000 Plätze fassende Stadio Olimpico.
Doch die Auseinandersetzung mit der Klubführung ist nicht das einzige Thema, das seit Jahren für negative Schlagzeilen rund um Teile der Lazio-Fanszene sorgt. Insbesondere Teile der Ultra-Szene fielen in der Vergangenheit immer wieder durch rechtsextreme, rassistische und antisemitische Vorfälle auf.
Besonders für Aufsehen sorgte 2017 ein Antisemitismus-Skandal, als Lazio-Anhänger im Stadio Olimpico Sticker mit Anne Frank im Trikot des Stadtrivalen AS Roma sowie antisemitische Botschaften hinterließen. Lazio verurteilte die Vorfälle damals ausdrücklich, der italienische Verband verhängte später eine Geldstrafe gegen den Klub.
Sportlich könnte Alaba den Römern vor allem eines bringen: enorme internationale Erfahrung. Der ÖFB-Kapitän gewann mit Bayern und Real viermal die Champions League und könnte mehrere Positionen in der Defensive übernehmen.
Noch ist aber völlig offen, ob aus dem Interesse tatsächlich ein Transfer wird. Nach dem Ende seiner Zeit bei Real wurden bereits Milan, Juventus und Inter mit Alaba in Verbindung gebracht, ein Wechsel kam jedoch nicht zustande.