Weil sie im Vorjahr wegen ihrer Arbeit den Geburtstag ihrer Tochter verpasste, wollte Samantha C. ihrer Tochter Eisley (9) heuer eine ganz besondere Party widmen. Sie lud die Freundinnen und Freunde der Tochter in die Filiale des örtlichen Pizza Hut – Eisleys Lieblingslokal – in der texanischen Kleinstadt Kingsville.
"Sie war total aufgeregt, sie hat schon gespannt gefragt, ob wir mit dem Dekorieren fertig sind, wenn die Leute kommen", erzählte die – mittlerweile wieder entspannte – Mutter dem Lokalsender "Neighborhood News".
Es war Samstag, der 28. Februar. Doch auch 30 Minuten nach offiziellem Beginn der Feier war außer einigen Familienangehörigen noch niemand erschienen. Dabei hatte sie sich wirklich viel Mühe bei der Vorbereitung gegeben und das Lokal aufwendig dekoriert, Kuchen, Snacks und Spiele organisiert. "Ich hatte das Gefühl, versagt zu haben", sagte Mutter Samantha rückblickend.
Doch was wäre eine Alleinerzieherin ohne Talent zur Improvisation. Statt aufzugeben und in Selbstmitleid zu verfallen, postete sie in den Sozialen Medien einen Aufruf: Ob denn jemand Lust hätte, mit ihrer Tochter mitzufeiern.
„Die Welt ist hart, aber die Menschen sind gut“Samantha C.Im Rückblick auf den 9. Geburtstag ihrer Tochter
Und tatsächlich: Die Bürger von Kingsville ließen sich nicht zwei Mal bitten. Das Posting in der Facebook-Gruppe "Kingsville Community Help" mit 23.000 Mitgliedern ging sofort viral.
Bald war das Restaurant "zum bersten voll", erzählte Samantha dem Lokalsender, der die Familie kurz darauf zum Interview traf. Rasch bekam die Frau andere Sorgen: "Mein Gott, wenn jeder, den ich kenne, kommt, kann ich mir das alles unmöglich leisten", dachte sie bereits an die drohende Restaurantrechnung.
"38 Kommentare und 81 Reaktionen später habe ich das Posting gelöscht, weil ganz Kingsville auf den Beinen war", erklärte sie in einem neuen Beitrag nach der Geburtstagsfeier, der ihre Tochter beim Auspacken zahlreicher Geschenke zeigte.
Womit Samantha nicht gerechnet hatte: Viele ihrer Nachbarn und Bekannten brachten trotz des kurzfristigen Aufrufs Geschenke mit. "Ich habe Pokémon-Karten bekommen… ich habe Schleim bekommen… ich habe Spielzeug bekommen", erzählte die aufgeregte Eisley dem Lokalsender. Auch zwei Beamte des örtlichen Sheriff-Büros ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, der kleinen Eisley den Tag zu versüßen.
„Als ich mich am Ende bei allen, die geblieben waren, bedanken wollte, habe ich kaum ein Wort herausgebracht und angefangen zu weinen. Aber was ich eigentlich sagen wollte: Ich danke euch so sehr, ich bin so unendlich dankbar!“Samantha C.in der Facebook-Gruppe der Gemeinde
Andere, die nicht kommen konnte, schickten der Mutter Videobotschaften. Als eine Reporterin von Neighborhood News Eisley fragte, wie ihre Geburtstagsfeier verlaufen sei, hatte sie eine einfache Antwort parat. "Ich glaube, es ist großartig gelaufen, vielleicht sogar noch ein bisschen besser als großartig", sagte Eisley.
"So ist Kingsville eben... Die Leute aus Kingsville sind immer für alle da... Gott segne alle, die gekommen sind", schrieb ein Mitglied der Facebook-Gruppe in einem der Kommentare nach der erfolgreich geretteten Party. Und so wurde am Ende aus der traurigen Party eine Feier, die Eisley wohl nie vergessen wird.