Fall in Großbritannien

Kenny darf wegen "unverschämtem" Nachnamen nicht reisen

Ein Brite hat als Scherz seinen Namen geändert. Dass er jetzt aber keinen neuen Pass mehr bekommt, kann Kenny Fu-Kennard nicht nachvollziehen.
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02.11.2023, 20:09
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Der Brite Kenny Kennard scheint mit seinem Namen nie ganz zufrieden gewesen zu sein – dass er jetzt aber wegen seiner Entscheidungen im eigenen Land festsitzt, damit hat der Mann wohl nicht gerechnet.

Armee mochte "Coco Kenny" nicht

Mit 16 Jahren gab er sich den Namen Coco Kenny. Dieser bereitete ihm aber schon drei Jahre später Probleme, als er als 19-Jähriger der britischen Armee beitrat. Nach acht Jahren, in denen er dann unter seinem ursprünglichen Namen diente, beschloss Kenny dann erneut, sich einen Namen zu verpassen, der "etwas Spaß macht", wie er gegenüber dem "Mirror" sagt.

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Da er sich aber nicht gleich alle Chancen bei der Jobsuche verbauen wollte, entschied sich der Brite dafür, seinen Nachnamen urkundlich in Fu-Kennard zu ändern. Nicht jeder verstehe den Witz, so hoffte Kenny zumindest, außerdem sei das Leben zu kurz, um langweilig zu sein.

Zunächst schien mit seinem neuen Namen auch alles in Ordnung – 2016 erhielt er etwa einen Führerschein, der auf den Namen Kenny Fu-Kennard lautete. Drei Versuche, einen Reisepass zu erhalten, sind jetzt aber gescheitert.

"Einfach nur ein schlechter Scherz"

"Jetzt bin ich knapp bei Kasse, habe keinen Pass und bin wie ein Gefangener in meinem eigenen Land. Einerseits finde ich die ganze Sache lustig – wie alle meine Freunde. Aber es fällt mir auch schwer zu glauben, dass der Name als etwas anderes als lustig und leicht lächerlich aufgefasst werden könnte. Es ist einfach ein schlechter Scherz", so Kenny.

Denn die zuständige britische Passbehörde hatte seine Anträge mit Berufung auf ihre Leitlinien abgeschmettert. Diese besagt, dass eine Reihe von "Namen, die als empörend oder beleidigend empfunden werden können, inakzeptabel" und für einen Pass nicht geeignet seien. Dazu zählen auch Schimpfwörter – ein solches scheint die Passbehörde in Fu-Kennard klar zu sehen.

Er verstehe die Politik des Innenministeriums, die gewisse Namen wie rassistische Hasswörter oder alles, was zu Hass aufruft, verbiete. "Aber Fu-Kennard ist nicht beleidigend, und ich lehne es ab, dass sie mir meinen gewählten Namen verweigern", so der Brite.

Amt behält 100 Euro für nicht ausgestellten Pass

Die umgerechnet gut 100 Euro Gebühr, die Kenny für seinen neuen Pass gezahlt hat, behält die Behörde ebenfalls – für Administrationskosten, heißt es. Um einen für britische Staatsbürger nach dem Ausschied des Landes aus dem Schengenraum zum Reisen zwingend nötigen Reisepass zu bekommen, gibt es für Fu-Kennard nur noch zwei Möglichkeiten. So muss er laut dem Amt entweder seinen Namen erneut ändern oder aber zum ursprünglichen Namen Kenny Kennard zurückkehren.

Wie es nun weitergeht, weiß Kenny Fu-Kennard noch nicht. Eines ist für den Mann aber klar: "Ich behalte meinen Nachnamen. Ich möchte meinen Namen nicht noch einmal ändern, vor allem nicht darum, weil die Regierung meine Freiheit einschränkt. Ich mag Fu-Kennard."

Kenny reist gerne und war zuletzt in Sri Lanka in den Ferien, bevor sein Pass ablief. "Ohne Reisepass kann ich keine Ferien im Ausland machen. Ich wohne in einer Stadt am Meer, aber ich bin schon immer gerne gereist. Mein letzter Urlaub – nach Sri Lanka – ist etwa drei Jahre her."

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