Das kalifornische Startup Andon Labs testet, ob künstliche Intelligenz selbstständig Unternehmen führen kann. Bisherige Versuche endeten teils spektakulär: Ein KI-System rief das FBI, als ein E-Mail-Streit eskalierte. Ein anderer KI-Automat verschenkte Spielkonsolen und bestellte lebende Fische.
Jetzt sorgt ein neues Experiment für Aufsehen: Das Andon Café in Stockholm wird komplett von einem KI-Agenten geleitet, der auf Googles Gemini basiert.
Wie t3n.de unter Berufung auf AP News berichtet, hat die KI immerhin daran gedacht, über LinkedIn und Indeed Personal einzustellen. Auch Verträge für Strom und Internet schloss der digitale Chef eigenständig ab und besorgte alle nötigen Genehmigungen.
Bei den Einkaufsbestellungen zeigen sich allerdings deutliche Schwächen. So orderte die KI etwa 6.000 Servietten, vier Erste-Hilfe-Sets und 3.000 Gummihandschuhe - für ein kleines Café. Auch Dosentomaten standen auf dem Bestellzettel, obwohl sie für kein Gericht gebraucht werden.
Probleme gibt es auch beim Brot: An manchen Tagen bestellt die KI viel zu viel, an anderen zu wenig. Dann müssen die menschlichen Mitarbeiter einige Sandwiches von der Karte streichen.
Laut Andon Labs liegt das Problem am begrenzten Kontextfenster der KI - also der maximalen Menge an Informationen, die gleichzeitig verarbeitet werden kann. Verschwinden alte Bestellungen aus diesem Bereich, vergisst der Agent schlicht, was er früher bestellt hat.
Ob das Experiment gelingt, ist fraglich: Seit der Eröffnung Mitte April hat das Café zwar rund 5.700 Dollar Umsatz gemacht. Von den ursprünglichen 21.000 Dollar Budget sind aber nur noch knapp 5.000 Dollar übrig.