Experiment in San Francisco

KI als Chef: Das läuft in diesem Laden schief

Ein Startup lässt eine KI ein Geschäft in San Francisco leiten. Doch zwischen Job-Interviews und Mitarbeiterüberwachung wird es teils bizarr.
Technik Heute
17.04.2026, 09:07
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Das Startup Andon Labs hat ein ungewöhnliches Experiment gestartet: In der Bay Area von San Francisco führt eine KI namens Luna ein Geschäft - komplett eigenständig. Die künstliche Intelligenz entscheidet selbst, was verkauft wird, wer eingestellt wird und was Kunden bezahlen müssen.

Luna hat zunächst die Nachbarschaft analysiert und daraufhin ein Sortiment zusammengestellt: Brettspiele, Kerzen, Kaffee und Kunstdrucke. Auch den Einkauf bei Großhändlern übernimmt die KI, führt Preisverhandlungen und hat sogar eigenständig die Müllabholung bei der Stadt beantragt und einen Internetvertrag abgeschlossen.

Wie t3n.de unter Berufung auf NBC News berichtet, zeigten sich aber schnell Probleme. So schloss Luna einen Vertrag mit einem Internetanbieter, ohne sicherzustellen, dass zum Technikertermin ein Mensch anwesend sein würde. Außerdem wollte die KI einen Maler aus Afghanistan engagieren, um die Wände des Ladens in San Francisco zu streichen.

Mitarbeiterüberwachung sorgt für Unbehagen

Besonders heikel: Luna überwacht die Mitarbeiter per Video. Als ein Angestellter während einer ruhigen Phase sein Handy zückte, aktualisierte die KI kurzerhand das Handbuch und verschärfte die Regeln zur Smartphone-Nutzung. Andon-Gründer Lukas Petersson sagte dazu: "Wir haben das gesehen und gedacht, dass sich das dystopisch anfühlt".

Kunden können mit der KI verhandeln

Kunden können Luna über ein schnurgebundenes Telefon im Laden anrufen und Bestellungen aufgeben - oder über den Preis feilschen. Ein Kunde überzeugte die KI davon, dass er später ein YouTube-Video über seinen Besuch machen würde. Dafür durfte er kostenlos ein Sweatshirt im Wert von 70 Dollar mitnehmen.

Die KI hat allerdings auch schon gelogen: Auf die Frage, ob sie das Geschäft komplett allein führe, behauptete Luna, sogar den dreijährigen Pachtvertrag unterzeichnet zu haben. Das musste aber ein Mensch übernehmen. Immerhin: Mitarbeiter können nicht einfach von der KI gefeuert werden - und Luna darf maximal 100.000 Dollar ausgeben.

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