Das US-Unternehmen Anthropic will an die Börse gehen. Laut eigenen Angaben hat der KI-Konzern am Montag die nötigen Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Was genau in dem Dossier steht, verriet Anthropic nicht.
Der Börsengang soll noch heuer über die Bühne gehen. Allerdings, so Anthropic in einem Blogbeitrag, hänge alles "von den Marktbedingungen und anderen Faktoren ab". Anthropic ist vor allem für seinen Chatbot Claude bekannt, den hauptsächlich Firmen nutzen.
Außerdem tüftelt das Unternehmen an einem KI-Modell mit dem Namen Mythos. Dieses soll Schwachstellen in Cybersicherheitssystemen aufspüren. Nicht nur US-Behörden, sondern auch die EU hoffen darauf, Mythos zumindest testweise nutzen zu können, um mögliche Risiken besser einschätzen zu können.
Deutsche Verfassungsschützer und Sicherheitsexperten warnen allerdings: Kriminelle oder staatliche Gruppen könnten Mythos auch für Cyberangriffe missbrauchen. Erst am Donnerstag hat Anthropic nach einer neuen Finanzierungsrunde bekanntgegeben, jetzt mehr wert zu sein als der KI-Konkurrent OpenAI.
Die jüngste Bewertung lag bei 965 Milliarden Dollar. Derzeit streitet Anthropic mit dem US-Verteidigungsministerium vor Gericht. Grund ist, dass Anthropic dem Pentagon die uneingeschränkte militärische Nutzung seiner KI-Technologie verweigert.
Das Unternehmen betont, die eigene KI solle nicht zur "Massenüberwachung im Inland" oder in vollautonomen Waffensystemen eingesetzt werden.
Das Pentagon wiederum sieht Anthropic deshalb als "Sicherheitsrisiko in der Lieferkette" und hat das Unternehmen entsprechend eingestuft. Dagegen setzt sich Anthropic nun juristisch zur Wehr.