Neue Studie

KI ist kreativer als die meisten Menschen

Sprachmodelle wie ChatGPT schlagen bei Kreativitätstests den menschlichen Durchschnitt - doch die kreativsten Köpfe bleiben unerreicht.
Technik Heute
04.03.2026, 18:53
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Kann eine künstliche Intelligenz wirklich kreativ sein? Ein kanadisches Forschungsteam rund um Karim Jerbi von der Universität Montreal hat genau das untersucht. Dabei traten neun große Sprachmodelle, darunter ChatGPT, Claude und Gemini, gegen rund 100.000 Menschen in standardisierten Kreativitätstests an.

Im Mittelpunkt stand ein Test zur sogenannten divergenten Kreativität: Die Teilnehmer mussten zehn Wörter aufschreiben, die sich sprachlich möglichst stark voneinander unterscheiden. Zusätzlich wurden auch kreative Schreibaufgaben wie Haikus, Kurzgeschichten und Zusammenfassungen ausgewertet.

Wie forschung-und-wissen.de berichtet, zeigen die Ergebnisse der im Fachmagazin "Scientific Reports" veröffentlichten Studie ein klares Bild: Große Sprachmodelle übertreffen die durchschnittliche menschliche Kreativität in vielen Bereichen bereits deutlich.

Die kreativsten Köpfe bleiben unerreicht

Die gute Nachricht für alle Kreativen: Selbst die besten KI-Systeme kommen nicht an die kreativsten Menschen heran. Dreht man bei ChatGPT den sogenannten "Temperatur"-Regler hoch, steigt zwar der Kreativitätswert - damit war das Modell kreativer als 72 Prozent der menschlichen Teilnehmer. An die obersten zehn Prozent der kreativsten Köpfe reicht es aber nach wie vor nicht.

"Selbst die besten KI-Systeme erreichen immer noch nicht das Niveau der kreativsten Menschen", heißt es in der Studie. Allerdings werden die Antworten bei höherer Temperatur auch zufälliger und können mehr Halluzinationen enthalten, also fehlerhafte Informationen.

Werkzeug statt Ersatz

Die Forscher betonen, dass KI menschliche Kreativität nicht ersetzen, sondern ergänzen soll. Studienleiter Karim Jerbi fasst es so zusammen: "Auch wenn KI mittlerweile in bestimmten Tests die Kreativität des Menschen erreichen kann, müssen wir dieses irreführende Wettbewerbsdenken hinter uns lassen. Sie wird Kreative nicht ersetzen, sondern die Art und Weise, wie sie denken, forschen und gestalten, grundlegend verändern, zumindest für diejenigen, die sich dafür entscheiden, sie zu nutzen."

Die Studie wirft zudem die Frage auf, ob sich Kreativität überhaupt so einfach objektiv messen lässt. Möglicherweise sind die bisherigen Testmethoden nicht ausreichend, um das gesamte Spektrum menschlicher Kreativität abzubilden. Klar ist: Die KI wird immer besser - aber der menschliche Einfallsreichtum hat vorerst noch die Nase vorn.

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