Kritik an OpenAI

KI löst Mathe-Rätsel: Forscher warnen

OpenAI will 400 Mathe-Rätsel mit KI gelöst haben. Doch Akademiker kritisieren das Vorgehen und fürchten um wissenschaftliche Standards.
04.11.2026, 07:07
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Rund 400 mathematische Probleme will das KI-Unternehmen OpenAI mithilfe künstlicher Intelligenz gelöst haben - darunter auch Fortschritte bei der berühmten Riemannschen Vermutung. Gleichzeitig veröffentlichte das Unternehmen über 700 Dateien zu den Ergebnissen.

Die Reaktion aus der Wissenschaft fällt allerdings verhalten bis kritisch aus. Die Vereinigung für menschliche Mathematik, gegründet von namhaften und preisgekrönten Fachleuten aus aller Welt, hält dagegen: Die gleichzeitige Publikation so vieler Dateien sei kein Beweis für wissenschaftliche Kompetenz, sondern eine Machtdemonstration.

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Auch die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV) äußert sich kritisch, wie t3n berichtet. Wer Arbeiten anderer nutze, müsse dies kenntlich machen. KI-Modelle verwendeten oft ungefiltert vorhandenes Wissen, das von Experten noch gar nicht geprüft wurde. 25 Fields-Medaillen-Gewinner haben bereits einen offenen Brief gegen die KI-Entwicklungen in der Mathematik unterzeichnet.

Doktoranden unter Druck

Der Stuttgarter Mathematik-Professor Christian Hesse, derzeit Gastwissenschaftler an der University of California in Los Angeles, teilt die Sorge um den wissenschaftlichen Nachwuchs. Wenn Doktoranden jahrelang an Problemen arbeiten, die eine KI in wenigen Minuten löst, gerate die bisherige Praxis unter Druck.

"Die mathematische Doktorarbeit wird sich neu erfinden müssen", meint Hesse. Künftig sollten die Entwicklung neuer Fragestellungen und die kritische Einordnung von Ergebnissen stärker zählen. Gleichzeitig findet er lobende Worte: "Was OpenAI in der Mathematik derzeit vorführt, ist sensationell."

Wissenschaft lebt vom Austausch

DMV-Präsident Jürg Kramer warnt, dass manche Forschende ihre Erkenntnisse bereits nicht mehr ins Internet stellen. Für Hesse ist das der falsche Weg: "Wissenschaft lebt schließlich vom Austausch, nicht vom Aussperren." Vielleicht müsse man bald ausgerechnet von Maschinen lernen, was mathematische Kreativität wirklich bedeutet.

tec, 04.11.2026, 07:07