Die kalifornische IT-Sicherheitsfirma Calif hat mithilfe von KI eine gravierende Schwachstelle bei der chinesischen Social-Media-Plattform WeChat entdeckt. Der Fehler lag in der Voice-over-IP-Architektur des Tencent-Dienstes.
Um die Lücke auszunutzen, entwickelten die Forscher einen sogenannten Zero-Click-Wurm namens Weworm - ebenfalls mit maßgeblicher KI-Unterstützung.
Der Wurm habe innerhalb kürzester Zeit mehr als eine Milliarde WeChat-Konten übernehmen können, meldet t3n unter Berufung auf Quartz. Weitere Sicherheitslücken hätten sogar die komplette Übernahme der betroffenen Smartphones ermöglicht.
Das Besondere an Weworm: Die Schadsoftware verbreitet sich über VoIP-Anrufe - und zwar ohne, dass Nutzer den Anruf annehmen müssen. Lediglich ein schnelles Ablehnen innerhalb weniger Sekunden hätte den Angriff verhindert.
Hat der Wurm einmal die Kontrolle über ein Konto, ruft er automatisch Nummern aus der Kontaktliste an. Da Opfer eine bekannte Nummer auf dem Display sehen, steigt die Erfolgsquote enorm.
Bemerkenswert ist die Geschwindigkeit der Entwicklung: Die KI erstellte nach Entdeckung der Schwachstelle einen ersten Exploit in nur zwei Tagen. Der komplette Wurm war nach einer weiteren Woche fertig. Ohne KI hätte das laut Calif-Chef Thai Duong ein größeres Team und mehrere Monate gebraucht.
Die gute Nachricht: Calif meldete den Fehler bereits im Juli 2026 an WeChat-Betreiber Tencent. Im August wurde die Lücke per Update für iOS und Android geschlossen. Laut Tencent wurde sie bis dahin nicht von Angreifern ausgenutzt.