Stockend, aber detailliert erzählt ein Bub in einem Gerichtsvideo in Salzburg von Schlägen mit dem Gürtel. Er war noch ein Kind, als die Gewalt durch seine Mutter begonnen haben soll. Im Gerichtssaal des läuft das Video – die Angeklagte schüttelt den Kopf. Die 36-Jährige sitzt in Untersuchungshaft und bestreitet die Vorwürfe vehement. Alles sei erfunden, sagt sie, "konstruiert" von ihrem Ex-Mann.
Immer wieder soll der Bub im Alter zwischen vier und sieben Jahren mit einem Gürtel geschlagen worden sein soll, auch dann, wenn er nichts falsch gemacht habe. Die Mutter jedoch bleibt dabei: Die Aussagen ihres Sohnes seien nicht wahr. Das Kind sei von seinem Vater manipuliert worden. Ihr Ex-Mann, mit dem sie sich seit Längerem in einem Sorgerechtsstreit befinde, habe dem Buben die Vorwürfe eingeredet.
Vor Gericht bestreitet die Angeklagte, jemals eines ihrer insgesamt sechs Kinder geschlagen zu haben. Weder mit einem Gürtel noch auf andere Weise habe es Gewalt gegeben, betont sie laut dem ORF. Lediglich einen Vorfall räumt die Frau ein: Eine Ohrfeige habe sie einem Kind gegeben, nachdem dieses beinahe auf die Straße gelaufen sei.
Von den zahlreichen schweren Vorwürfen gegen sie gab die 36-Jährige am Dienstag nur eine Drohung zu. Alles andere bezeichnet sie als erfunden. Die Anschuldigungen wiegen dennoch schwer: Neben wiederholter Misshandlung soll die Mutter ihre Kinder auch mit dem Tod bedroht haben.
Nun liegt es am Gericht zu entscheiden, welcher Version Glauben geschenkt wird – jener der Kinder oder jener der Mutter. Für die Angeklagte steht viel auf dem Spiel: Im Fall eines Schuldspruchs drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft. Die Verhandlung ist noch nicht abgeschlossen, ein Urteil könnte jedoch bereits Dienstagabend fallen.