Im Kloster Goldenstein in Elsbethen bei Salzburg brodelte seit Monaten ein heftiger Streit – nun kommt die juristische Kehrtwende. Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat die Ermittlungen wegen mutmaßlichen Sozialleistungsbetrugs eingestellt. Begründung: Es sei nicht nachweisbar gewesen, dass der Beschuldigte vorsätzlich gehandelt oder "betrügerisch vorgegangen" sei, sagte Sprecherin Ricarda Eder zu den Salzburger Nachrichten.
Auch ein zweiter Vorwurf ist vom Tisch: In Zusammenhang mit einem angeblichen Bargeld-Diebstahl (eine Nonne soll geerbt haben) habe sich der Tatverdacht ebenfalls nicht erhärtet. Der Diebstahl sei nicht nachweisbar gewesen – daher auch hier Einstellung des Verfahrens.
Auslöser der Ermittlungen war eine medial stark beachtete Auseinandersetzung um drei hochbetagte Nonnen. Sie wollten zurück in das leer stehende Kloster Goldenstein – laut eigenen Angaben mussten zwei von ihnen im Dezember 2023 gegen ihren Willen in ein Pflegeheim in Oberalm übersiedeln.
Im Zentrum stand ein brisanter Betrag: Insgesamt 64.000 Euro an Sozialleistungen sollen für zwei der drei Frauen beantragt worden sein. Der Antrag wurde von der zuständigen Bezirksbehörde genehmigt – später hieß es, man sei "nicht über alles informiert gewesen".
Die Sozialabteilung des Landes Salzburg ortete eine missbräuchliche Verwendung von Sozialleistungen. Begründung: Für die Altersversorgung der Nonnen sei offenbar mehr als genug Geld vorhanden gewesen – daher wurde die Rückforderung der ausbezahlten 64.000 Euro verlangt.
Der Sprecher der Ordensleitung des Augustinerstiftes Reichersberg, PR-Berater Harald Schiffl, wies den Vorwurf damals entschieden zurück. Der Antrag sei "völlig gesetzeskonform" nach Paragraf 17 Salzburger Sozialhilfegesetz genehmigt worden, ein "Missbrauch" habe "in keiner Weise" stattgefunden.
Am 18. November 2025 kam es schließlich zu einem Gespräch zwischen Propst Markus Grasl und Soziallandesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ). Dabei wurde vereinbart, dass das Stift Reichersberg die Sozialhilfe-Rückforderung bezahlt – "dafür wird es einen Bescheid geben", sagte Fürweger damals.
Zusätzlich habe Grasl zugestimmt, dass künftig das Kloster Goldenstein die Altersvorsorge aller drei Nonnen finanziell übernehmen werde. Während politisch und medial weiter diskutiert wurde, liefen parallel die strafrechtlichen Ermittlungen – bis jetzt.