Am Landesgericht Feldkirch musste sich am Mittwoch ein 38-Jähriger wegen schweren Drogenschmuggels und Suchtgifthandels verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann innerhalb von nur fünf Monaten große Mengen Drogen aus der Schweiz nach Vorarlberg gebracht haben.
Konkret geht es um rund sechs Kilo Kokain, mehr als neun Kilo Cannabis und ein Kilo Amphetamine. Die Drogen sollen anschließend gemeinsam mit einem Komplizen im Raum Bludenz verkauft worden sein.
Wegen der enormen Mengen droht dem Angeklagten im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.
Der mutmaßliche Komplize des 38-Jährigen wurde bereits früher zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Laut Verteidiger Nicolas Stieger sei allerdings genau dieser Mann der eigentliche Drahtzieher gewesen, wie der ORF berichtet.
Der Anwalt kritisierte außerdem die Anklage scharf. So sei etwa nicht eindeutig geklärt, woher die Drogen überhaupt gekommen seien.
Für zusätzliche Brisanz sorgten Aussagen zu angeblichen Drohbriefen. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte einem inzwischen verurteilten Ex-Komplizen ausrichten haben lassen, dass er ihn und dessen Freundin töten werde, falls sie gegen ihn aussagen.
Überbracht worden sein sollen die Nachrichten von einem 16-jährigen Jugendstraftäter, der ebenfalls in Haft sitzt. Besonders heikel: Laut Anklage soll der Jugendliche für die Übergabe der Drohbotschaften mit einem Kilo Kokain belohnt werden.
Zu einem Urteil kam es am Mittwoch noch nicht. Der Prozess wurde vertagt, nachdem die Verteidigung die Einvernahme weiterer Zeugen beantragt hatte.