Drohgebärde

Kim Jong-un verstärkt Grenze zu Südkorea massiv

Nordkorea plant, seine Grenze zu Südkorea militärisch zu verstärken und orientiert sich dabei an Erfahrungen aus aktuellen Konflikten.
Newsdesk Heute
18.05.2026, 08:06
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat laut Staatsmedien seine wichtigsten Militärs angewiesen, die Grenze zu Südkorea massiv zu verstärken. Bei einem Treffen mit hochrangigen Kommandanten sprach Kim am Sonntag über die "Politik der territorialen Verteidigung" seiner kommunistischen Partei, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag berichtete. Ziel sei es demnach, "die Einheiten an der Frontlinie an der südlichen Grenze zu stärken und die Grenze in eine uneinnehmbare Festung zu verwandeln".

Ein von KCNA veröffentlichtes Foto zeigt Kim vor Kommandanten in Paradeuniform. Kim sprach ihnen gegenüber von einer "großen Veränderung", um einen Krieg zu verhindern. Die Kommandanten sollten laut Kim ihre "Haltung gegenüber dem Erzfeind" schärfer ausrichten – damit war offensichtlich Südkorea gemeint.

Laut dem Bericht besprach Kim mit den Armeevertretern "Pläne zur Stärkung der Fronttruppen und anderer wichtiger Einheiten in militärisch-technischer Hinsicht als wichtige Entscheidung zur effektiveren Kriegsabwehr". Projekte zur Modernisierung des Militärs sollten "beschleunigt werden, um das Einsatzkonzept in allen Bereichen neu zu definieren", wurde Kim zitiert.

Das Treffen fand vor dem Hintergrund einer verschärften Haltung gegenüber Südkorea statt. Im März hatte Kim Südkorea als "den uns am meisten feindlich gesinnten Staat" bezeichnet. In den letzten Jahren ließ die Führung in Pjöngjang bereits Straßen und Bahnverbindungen zum Süden zerstören und laut Berichten auch Barrieren nahe der Grenze errichten.

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Zuletzt hatte Südkoreas Präsident Lee Jae Myung zu Gesprächen mit dem Norden aufgerufen, um "die Blume des Friedens zum Blühen zu bringen". Nordkorea ging aber nicht auf das Angebot ein.

Der Experte Hong Min vom Korea Institute for National Unification meint, dass Kims Anweisungen Erfahrungen aus dem Krieg Russlands gegen die Ukraine widerspiegeln. Dazu zählen laut ihm "Drohnenkriegsführung, Präzisionsangriffe, hybride Kriegsführung und mehrdimensionale Schlachtfelder, wie sie im Ukraine-Krieg und in den Konflikten im Nahen Osten zu beobachten sind". Kims Pläne deuten zudem auf ein "multidimensionales Einsatzkonzept" hin, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Nordkorea und Russland sind seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine vor mehr als vier Jahren enger zusammengerückt. Pjöngjang hat Truppen und Waffen für den Krieg in der Ukraine nach Russland geschickt. Laut Angaben südkoreanischer und westlicher Geheimdienste hat Nordkorea zudem tausende Soldaten entsandt, die an der Seite der russischen Armee kämpfen.

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