Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat bei einem Parteikongress in Pjöngjang klargemacht: Sein Land setzt weiter voll auf Atomwaffen. Die Zahl der Sprengköpfe soll steigen, auch die militärischen Einsatzmöglichkeiten sollen ausgebaut werden.
Gleichzeitig schickte Kim eine seltene Botschaft in Richtung Washington. Die USA und Nordkorea könnten "gut miteinander auskommen", sagte er laut Staatsmedien. Voraussetzung sei aber, dass die Vereinigten Staaten Nordkorea als Atommacht akzeptieren und ihre "feindliche Politik" aufgeben.
Ob es zu einem friedlichen Nebeneinander oder zu dauerhafter Konfrontation komme, hänge allein von der Haltung der USA ab, so Kim. Man sei auf beides vorbereitet. Beobachter sehen darin ein mögliches Signal vor einer geplanten Asien-Reise von US-Präsident Donald Trump.
Deutlich schärfer fiel Kims Ton gegenüber Südkorea aus. Seoul sei für den Norden die "feindlichste Einheit". Man werde Südkoreaner dauerhaft nicht mehr als Landsleute betrachten. Wer sicher leben wolle, solle Nordkorea einfach in Ruhe lassen, sagte er.
Trotz harter internationaler Sanktionen treibt Pjöngjang sein Atomprogramm seit Jahren voran. Schätzungen gehen von rund 50 einsatzbereiten Atomsprengköpfen aus, zusätzlich soll Material für zahlreiche weitere vorhanden sein. Eine vollständige Abrüstung schließt Kim kategorisch aus.
Schon im Vorjahr erklärte er im Parlament: Der Begriff "Denuklearisierung" habe seine Bedeutung verloren, Nordkorea sei nun ein Atomstaat.