Staatsanwaltschaft ermittelt

Kind fiel aus Fahrgeschäft – nun wird Ursache geklärt

Ein Achtjähriger stürzte am Wiesenmarkt aus einem Fahrgeschäft und wurde schwer verletzt. Nun wird untersucht, wie es dazu kommen konnte.
Österreich Heute
08.09.2026, 18:59
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Es sollte ein Besuch am Wiesenmarkt werden, doch für eine Familie endete der Sonntagnachmittag im Krankenhaus. Gegen 15 Uhr kam es beim Fahrgeschäft "Magic" in Bleiburg zu einem schweren Unfall. Ein achtjähriges Kind stürzte aus einer Gondel und wurde schwer verletzt.

Augenzeugen schildern dramatische Szenen. "Wir haben vom Weg zwischen den Fahrgeschäften aus gesehen, dass ein Fuß aus einer der Gondeln ragt und haben gewunken und gerufen, damit der Mann in der Steuerungskabine aufmerksam wird", erzählt eine Zeugin in der "Kleinen Zeitung".

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"Dachte erst es war Spaß"

In der Steuerungskabine saß Jürgen Burkhart, Sohn der Betreiberin. Auch er bemerkte zunächst nur den Fuß, der aus der Gondel ragte. "Erst dachte ich auch, da erlaubt sich jemand einen Spaß und lässt die Füße baumeln. Dann sah ich aber, dass da ein Vater versucht, sein Kind zu halten und habe sofort den Not-Stopp gedrückt."

Das mehrere Tonnen schwere Fahrgeschäft kam innerhalb von rund zehn Sekunden zum Stillstand. Für den Vater war das offenbar zu lange: Laut Augenzeugen konnte er das Kind nicht mehr festhalten. Das Kind schlitterte noch über die Plattform und blieb schließlich auf dem Schotterweg liegen. Aus welcher Höhe es genau stürzte, ist derzeit nicht eindeutig geklärt.

Kind weiter auf Intensivstation

Seit dem Unfall wird der Achtjährige im Klinikum Klagenfurt intensivmedizinisch behandelt. Weitere Angaben zum Gesundheitszustand des Kindes werden nicht veröffentlicht.

Während die Ermittlungen laufen, versuchen auch die Betreiber herauszufinden, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

Fahrgeschäft nach Unfall wieder in Betrieb

Unmittelbar nach dem Vorfall wurde "Magic" gestoppt. Allerdings wurde das Gerät zunächst nicht gesperrt. "Wir haben im ersten Moment so gut wie möglich reagiert, das Gerät gestoppt und die Leute erst nach und nach aus dem Gerät aussteigen lassen", sagt Burkhart in der "Kleinen Zeitung".

Danach sei jedoch ein Fehler passiert. "Wir haben das Gerät nicht gleich gesperrt, sondern ließen wieder Leute einsteigen, das war ein Fehler, für den ich auch um Entschuldigung bitte", sagt der Fahrgeschäftbetreiber.

In Betrieb genommen worden sei das Fahrgeschäft zunächst trotzdem nicht. Die Fahrgäste bekamen ihr Geld zurück. Erst nachdem Polizei und ein Ziviltechniker keine Mängel am Gerät festgestellt hatten, wurde "Magic" nach rund zwei Stunden wieder betrieben. Seither fährt das Fahrgeschäft mit reduzierter Geschwindigkeit.

Schausteller rätseln über Ursache

Auch innerhalb der Schaustellerbranche sorgt der Unfall für Betroffenheit. Monika Pötscher, selbst seit mehr als 30 Jahren Schaustellerin und Sprecherin der Fachgruppe in der Wirtschaftskammer, berichtet von Gesprächen mit Kollegen in Österreich und Europa.

"Viele von uns telefonierten heute quer durch Österreich und Europa um zu erfragen, ob es bei ihrer Art von Fahrgeschäften schon Zwischenfälle gab", erzählt Pötscher. Vergleichbare Fälle seien ihr nicht bekannt. "Mehr als ein paar Kratzer oder blaue Flecken gab es in all den Jahren bei uns nie", betont Pötscher.

Grundsätzlich gelten für Fahrgeschäfte zahlreiche Sicherheitsvorgaben. Regelmäßige Kontrollen sollen mögliche Mängel erkennen. Bei Fahrgeschäften, bei denen hohe Fliehkräfte entstehen, kommen zusätzliche Sicherungssysteme zum Einsatz.

Haben Vater und Kind die Plätze gewechselt?

Eine mögliche Erklärung für den Unfall wird derzeit ebenfalls diskutiert. In den Gondeln von "Magic" sollen Kinder normalerweise auf dem inneren der beiden Plätze sitzen.

Augenzeugen zufolge sollen Vater und Kind nach dem ersten Hinsetzen allerdings die Plätze getauscht haben. Betreiber Burkhart sagt dazu: "Hätten wir das bemerkt, wären wir nicht losgefahren, das ist eine unserer Regeln, auf die wir genau achten."

Eine mögliche Folge des Platzwechsels: Durch die Fliehkraft könnte der Vater das Kind in Richtung Außenrand der Gondel gedrückt haben. Ob das tatsächlich passiert ist und welche Rolle die Sitzposition beim Unfall spielte, ist allerdings noch offen.

Burkhart betont: "Das ist eine Spekulation, unsere größte Sorge gilt jetzt dem Kind. Hoffentlich wird es ohne bleibende Schäden gesund." Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, den Unfall zu untersuchen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.09.2026, 18:59